Clemens Setz mit Großem Staatspreis ausgezeichnet

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21.10.2026 18.49Online seit heute, 18.49 UhrDer aus Graz stammende und in Wien lebende Schriftsteller Clemens J. Setz ist heute mit dem Großen Österreichischen Staatspreis 2026 ausgezeichnet und in den Kunstsenat aufgenommen worden. Er erfülle mit seinen Werken eine wichtige Aufgabe von Literatur, meinte Kulturminister Andreas Babler (SPÖ), der die Urkunde überreichte: „Literatur verändert nicht die Welt, aber unseren Blick auf sie.“Im ehemaligen Kassensaal der Länderbank in der Wiener Innenstadt gestaltete das Trio Harri Stojka, Claudius Jelinek und Uli Permanschlager mit Stücken von Django Reinhardt, John Lennon und Paul McCartney, Harri Stojka und Werner Müller die Preisverleihung zu einer beschwingten Musiksession, die von kurzen Reden unterbrochen wurde.„Bringt Welten zusammen“Schriftstellerkollegin Anna Baar, 2022 mit dem Großen Staatspreis ausgezeichnet und mit ihrem jüngsten Roman „Amseln“ im Rennen um den Österreichischen Buchpreis, betonte im Namen des Kunstsenats, dass das Betreten von Neuland, das Experiment, der Mut zu Neuem die Staatspreisträger kennzeichne.Babler erinnerte daran, dass der Vorschlag für den jeweiligen Preisträger, der jährlich in Rotation auf den Gebieten Architektur, Musik, Bildende Kunst und Literatur vergeben wird, aus den Reihen des 21-köpfigen Kunstsenats selbst komme und der mit 30.000 Euro dotierte Preis die höchste künstlerische Auszeichnung der Republik darstelle.„Es gibt mittlerweile nicht mehr viele Preise, die Clemens Setz nicht gewonnen hat“, meinte Laudator Sebastian Fasthuber und nannte den Preisträger einen „radikalen Verbinder“: „Dieser Autor bringt Welten zusammen.“Zwischen Ehrung und ProtestSetz zeigte sich vor allem wegen der Anwesenheit von Harri Stojka nervös („Ein Wunschtraum!“) und analysierte seine eigene Doppelrolle: Als neuer „Mitarbeiter“ der Universität für Angewandte Kunst habe er in der Früh ein Mail mit einem Aufruf erhalten, morgen gegen die Kürzungen des Unibudgets zu demonstrieren, und nun stehe er hier und erhalte einen Preis der Republik.Die Künstler „kritisieren und profitieren, die Hand, die einen füttert, beißt man ständig – und das schafft zu Recht Zweifel an unserer Glaubwürdigkeit“. Das komme ihm eigentlich gelegen, denn er habe schon befürchtet, dass man ihm als Staatspreisträger „in Zukunft alles glaubt. Das war nicht so ausgemacht!“Schon zahlreiche EhrungenSetz wurde am 15. November 1982 in Graz geboren. Er studierte zunächst Mathematik und Germanistik auf Lehramt, brach das Studium aber später zugunsten seiner literarischen Karriere ab. Sein erster Roman „Söhne und Planeten“ erschien 2007 im Residenz Verlag, 2008 erhielt er im Rahmen des Bachmann-Preises den Ernst-Willner-Preis. Für den 2009 erschienenen Roman „Die Frequenzen“ bekam er im Jahr darauf den Bremer Literaturpreis.Mit „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ wechselte Setz 2011 zum Suhrkamp Verlag und erhielt für den Roman den Hauptpreis der Leipziger Buchmesse, später den Kleist-Preis. Es folgten gefeierte Romane wie „Indigo“ (2012), „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ (2015) und „Bot: Gespräche ohne Autor“ (2018). 2021 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Für seinen Roman „Monde vor der Landung“ erhielt er 2023 den Österreichischen Buchpreis.