Die Sorge um die Liebsten ist in dieser Zeit real, weshalb es bei Apple seit geraumer Zeit eine „Check-in“-Funktion gibt. Sie funktioniert aber nur innerhalb des Apple-Ökosystems, bei Familien mit Android braucht es andere Lösungen. Genau hier will die App Knuff der in München ansässigen equinux AG ansetzen. Die App soll Familien zeigen, dass alles in Ordnung ist. Bei Vitaldaten, Benachrichtigungen und dem Datenschutzversprechen bleibt einiges offen. Doch der Reihe nach. Knuff kurz erklärtDie Sorge um die Liebsten ist in dieser Zeit real, weshalb es bei Apple seit geraumer Zeit eine „Check-in“-Funktion gibt. Sie funktioniert aber nur innerhalb des Apple-Ökosystems, bei Familien mit Android braucht es andere Lösungen. Genau hier will die App Knuff der in München ansässigen equinux AG ansetzen. Knuff gibt es für iPhone und iPad (ab iOS 16) sowie für Android-Smartphones. Ihr legt private Gruppen an, sogenannte Bubbles, und signalisiert den anderen Mitgliedern mit einem Fingertipp, dass bei euch alles okay ist. Eine Radar-Ansicht zeigt, wie frisch die letzten Check-ins sind. Optional lassen sich Nachrichten, Fotos, Sprachnachrichten, Umfragen oder der Standort ergänzen. Die Grundfunktionen kosten nichts, Extras gibt es als Einmalkauf ohne Abo.Was ist das Datenschutzversprechen wert?Knuff wirbt offensiv mit „Made in Germany“. Die App entstehe in einem kleinen, unabhängigen Münchner Team, die Daten blieben vollständig in Deutschland und liefen im eigenen Rechenzentrum, ausdrücklich nicht bei AWS, Google, Microsoft oder anderen US-Cloudanbietern. Doch ein Blick in FAQ und Datenschutzerklärung wirft Fragen auf, die sich nicht ignorieren lassen.Allen voran ein Punkt, den die Pressemitteilung nicht erwähnt: Knuff kann auf Wunsch Schrittzahl, Herzfrequenz und Schlafdaten aus Apple Health beziehungsweise Health Connect auslesen und in der Bubble teilen. Laut Datenschutzerklärung dienen sie als optionales „Wohlbefindenssignal“. Auf Nachfrage betont equinux, die Funktion müsse aktiv eingeschaltet werden und zeige nur eine Momentaufnahme statt eines Verlaufs. Das klingt zunächst beruhigend, wirft aber die Frage auf, warum eine App, die mit einem einzigen Fingertipp „Bei mir ist alles okay“ vermitteln will, überhaupt Vitaldaten braucht. Der Mehrwert gegenüber dem simplen Check-in erschließt sich nicht recht, das Missbrauchspotenzial dagegen schon: Wer in der Gruppe genau was sieht und wie verhindert wird, dass Eltern die Werte ihrer Teenager als Kontrollinstrument nutzen, blieb unbeantwortet.Hinzu kommt ein Widerspruch beim Check-in selbst. Die Pressemitteilung beschreibt ihn als freiwilliges Lebenszeichen, auf das andere reagieren können, wenn es länger ausbleibt. In den FAQ heißt es dagegen deutlich verbindlicher: „Wenn ein Check-in ausbleibt, werden die anderen Mitglieder benachrichtigt.“ Das ist ein automatischer Alarm, und der passt nur bedingt zum Anspruch, kein Überwachungsinstrument sein zu wollen.Anbieter behält sich einen Datenabfluss vorAm schwersten wiegt der Blick auf das Kernversprechen selbst. Auf explizite Nachfrage versicherte equinux, im Betrieb der App würden keine Daten in die USA übertragen. Die Datenschutzerklärung (Stand Mai 2026) sieht jedoch vor, dass Daten von allen Unternehmen der equinux Group gespeichert und verarbeitet werden dürfen, zu denen auch eine US-Tochter zählt, und zwar möglicherweise auch außerhalb der EU. „Derzeit nicht“ und „nicht erlaubt“ sind zwei verschiedene Aussagen. Ebenfalls offen ließ das Unternehmen, ob die Kommunikation Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist, wie lange Daten liegen bleiben und ob die Infrastruktur unabhängig geprüft wurde.Der Beitrag Knuff: Neue Check-in-App aus München wirft beim Datenschutz Fragen auf erschien zuerst auf Apfelpage.