Pilnacek-U-Ausschuss wird um drei Monate verlängert

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21.10.2026 11.22Online seit heute, 11.22 UhrUnmittelbar vor der Befragung von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat die FPÖ heute mitgeteilt, dass der von ihr initiierte U-Ausschuss zur Causa Christian Pilnacek um drei Monate verlängert wird. Begründet wurde die Verlängerung unter anderem mit den jüngsten prominenten Absagen durch Auskunftspersonen.ORF/Roland WinklerPolizisten werden befragtVor der Befragung Stockers wird derzeit der erste von zwei Exekutivbeamten zu Pilnaceks Geisterfahrt befragt. Bei dem Befragten handelt es sich um einen Polizisten, der bei der Anhaltung Pilnaceks auf der Autobahn dabei war.Pilnacek war „sehr gefasst“Beim Anblick der Dokumente habe er erkannt, dass es sich bei dem angehaltenen Geisterfahrer um Pilnacek handelte, gab der Beamte vor dem Ausschuss auf NEOS-Fragen an. Auch sei seine Alkoholisierung erkennbar gewesen. Pilnacek sei „sehr gefasst gewesen“. Wenn alle Amtshandlungen so laufen würden, würde Österreich keinen einzigen Polizisten brauchen, so der Beamte.Polizist: Keine Anzeichen auf SuizidBei der Befragung Pilnaceks am Ort der Anhaltung im niederösterreichischen Königsbrunn sei ein Suizidversuch kein Thema gewesen, so der Beamte. Auch sei ein solcher nicht vermutet worden, schließlich sei Pilnacek vor der Anhaltung 14 Kilometer auf der Autobahn ohne Kollision unterwegs gewesen.Hätte eine solcher Verdacht bestanden, wäre die Amtshandlung auch anders verlaufen, gab der Beamte sinngemäß an. Seiner Meinung nach habe bei der Geisterfahrt wohl auch „fehlende Ortskenntnis“ Pilnaceks eine Rolle gespielt, so der Beamte auf SPÖ-Fragen.Offizier vom Tag kontaktiertDanach habe er, weil es sich bei Pilnacek um eine Person öffentlichen Interesses handelte, den Offizier vom Tag kontaktiert, gab der Beamte auf FPÖ-Fragen an.Dass später im Bericht von „suizidaler Absicht“ die Rede gewesen sei, konnte sich der Beamte nicht erklären. Die ÖVP wies darauf hin, dass im Bericht des Lagezentrums der Vermerk „Info nicht bestätigt“ enthalten gewesen sei.FPÖ will „systematische Zusammenarbeit“ ergründenIn den Eingangsstatement nahmen die Fraktionen insbesondere zur Befragung Stockers am Nachmittag Stellung. Es sei positiv, dass der Kanzler der Ladung nachkomme, so die FPÖ in ihrem Statement vor Befragungsstart.Man wolle über die „systematische Zusammenarbeit“ Stockers mit Pilnacek sprechen und dessen Beratungstätigkeiten für ÖVP-Akteure ergründen. Das „tiefe schwarze Netzwerk der ÖVP“ solle „aufgedeckt“ werden. Die SPÖ konnte indes nicht verstehen, warum Stocker geladen wurde.Die Grünen sprachen vorab von einem Netzwerk, in dem Pilnacek ÖVP-Akteure bei deren Verteidigung unterstützt habe. Stocker sei eine Entschuldigung schuldig, und schuldig, für alles Verantwortung zu übernehmen, schließlich tauche die ÖVP immer wieder in Auswertungsberichten auf, meinen die Grünen.ÖVP erwartet sich nichtsNEOS will erörtern, wieso die ÖVP ein solches Interesse am Kontakt mit Pilnacek gehabt habe. Die ÖVP sprach vorab einmal mehr von einem „Steuergeldverschwendungs-Ausschuss“. Von der Befragung Stockers erwarte man sich nichts, man werde feststellen, dass es zu keinen Interventionen gekommen sei.Zentral beschäftigt sich der von der FPÖ initiierte Ausschuss mit möglicher politischer Einflussnahme auf die Ermittlungen zum Tod des ehemaligen Justizsektionschefs.Nehammer kommt nichtEin ehemaliger ÖVP-Kanzler sagte dem Ausschuss hingegen für heute ab: Karl Nehammer, mittlerweile Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), hält sich dienstlich in der Ukraine auf und hat sich entschuldigt. Die FPÖ übte an der Absage Kritik.