10.09.2026 11.18Online seit heute, 11.18 UhrDie Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Russland Menschenhandel bei der Rekrutierung von ausländischen Kämpfern für den Krieg in der Ukraine vorgeworfen. Menschen würden mit „falschen Versprechungen von zivilen Jobs, hohen Gehältern, einem Aufenthaltstitel oder der russischen Staatsbürgerschaft“ gelockt, hieß es heute in einem Bericht.Bei der Anwerbung würden Mittel wie Nötigung, Betrug, Täuschung und die Ausnutzung einer wirtschaftlichen Schwächelage eingesetzt. Damit seien die Voraussetzungen für den Vorwurf des Menschenhandels nach dem UNO-Protokoll von Palermo aus dem Jahre 2000 erfüllt, hieß es weiter.In ihrer Recherche seien zwischen 2024 und 2026 bei sechs Besuchen etwas mehr als ein Dutzend Ausländer in zwei ukrainischen Kriegsgefangenenlagern befragt worden. Diese seien aus Drittstaaten wie Kolumbien, Kuba, Ägypten, Somalia und Südafrika gewesen. Nur drei der Befragten hatten den Angaben nach bewusst den Vertrag für den Kriegsdienst in der Ukraine unterzeichnet.So schilderten Kriegsgefangene aus Brasilien und Sri Lanka, dass ihnen nach der Vertragsunterzeichnung Pässe und Mobiltelefone abgenommen worden seien. Die Verträge seien zudem auf Russisch gehalten gewesen, niemand habe Englisch gesprochen. Die neuen Soldaten erhielten den Angaben nach nur eine unzureichende militärische Grundausbildung von rund zwei Wochen.