FOTOKERSCHIBezirk Kirchdorf, Micheldorf in Oberösterreich. Unüberhörbares Rotorengeräusch und zahlreiche Flüge entlang des Georgenbergs sorgten am Mittwochvormittag, 9. September, in Micheldorf für Aufmerksamkeit. Zwischen 9 und 11.30 Uhr war eine Bell 412 des Hubschrauberunternehmens Heli Austria aus St. Johann im Pongau im Einsatz, um Material und Maschinen auf den steilen Hang oberhalb der Pyhrnstraße zu transportieren. Hintergrund des aufwendigen Einsatzes sind umfangreiche Sicherungsarbeiten, die künftig die darunterliegenden Wohnhäuser und ihre Bewohner vor möglichen Steinschlägen schützen sollen. Umgesetzt werden die Maßnahmen von der Wildbach- und Lawinenverbauung Kirchdorf.Insgesamt waren im Zuge der Arbeiten rund 35 Transportflüge notwendig, um Material, Geräte und Maschinen dorthin zu bringen, wo ein Transport auf dem Landweg aufgrund des steilen und schwer zugänglichen Geländes nur eingeschränkt möglich ist.Für die Bewohner und Verkehrsteilnehmer im Bereich der Pyhrnstraße bot sich dabei ein nicht alltägliches Bild. Immer wieder nahm die Bell 412 Lasten auf und brachte diese in kurzer Folge auf den Hang. Der Transport aus der Luft ermöglicht es, auch schweres und sperriges Material gezielt in jene Bereiche zu bringen, die für die Arbeiten am Georgenberg benötigt werden.Schutz vor herabfallendem GesteinHinter dem spektakulären Flugbetrieb steht ein wichtiges Sicherheitsprojekt. Am Fuß des Georgenbergs werden oberhalb einer Siedlung an der Pyhrnstraße Steinschlagschutznetze montiert. Die Schutzanlagen sollen verhindern, dass sich lösende Steine ungehindert in Richtung der darunterliegenden Wohnhäuser gelangen können.Die Montage der Netze erfolgt teilweise in steilem Gelände oberhalb des besiedelten Gebietes. Entsprechend aufwendig gestaltet sich auch die Versorgung der Baustelle. Neben dem eigentlichen Material für die Sicherungsanlagen müssen Maschinen, Geräte und weitere Ausrüstung auf den Hang gebracht werden. Einen wesentlichen Teil dieser Transporte übernimmt dabei die Bell 412 von Heli Austria aus St. Johann im Pongau.Das Projekt dient jedoch nicht nur dem Schutz der darunterliegenden Siedlung. Gleichzeitig ermöglichen die Sicherungsmaßnahmen eine sichere forstwirtschaftliche Bewirtschaftung des Georgenbergs und tragen damit zu einer nachhaltigen Nutzung des Gebietes bei.Finanziert wird das Schutzprojekt gemeinsam von der Marktgemeinde Micheldorf, dem Land Oberösterreich und dem Bund. Bis die Arbeiten am Georgenberg vollständig abgeschlossen sind, wird es noch einige Monate dauern. Nach derzeitiger Planung sollen die Bauarbeiten voraussichtlich im Dezember 2026 beendet werden.Der intensive Hubschraubereinsatz am Mittwoch war damit zwar einer der weithin sicht- und hörbaren Teile des Projekts – sein eigentlicher Zweck liegt jedoch am Hang oberhalb der Pyhrnstraße: Dort entsteht eine Schutzanlage, die langfristig für mehr Sicherheit für die darunterliegende Siedlung sorgen soll.