08.09.2026 13.26Online seit heute, 13.26 UhrMehr als einen Monat nach dem Massenandrang von Menschen aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta ist die Lage dort laut offiziellen örtlichen Angaben nach wie vor „untragbar“. Ceuta sei „derzeit ein Dampfkochtopf, der jederzeit explodieren kann“, sagte Ceutas Präsident Juan Jesus Vivas heute auf einer Pressekonferenz im EU-Parlament in Brüssel.Vivas rief die europäischen Institutionen zur Unterstützung der Exklave auf. Die Präsenz Europas an der Grenze müsse sichtbarer sein, forderte er, etwa durch die Grenzschutzagentur Frontex und die Europäische Asylagentur.Zudem solle Europa bei den Infrastrukturmaßnahmen helfen, die zur „Stärkung der Grenze“ erforderlich seien, sowie finanzielle Hilfe zur Bewältigung der „humanitären Katastrophe“ beisteuern.Am 30. und 31. Juli waren mehr als 72.000 Menschen, überwiegend Marokkaner und Marokkanerinnen, zu Fuß oder schwimmend aus Marokko nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten kurz darauf zurück oder wurden zurückgebracht.Nach Angaben der spanischen Zentralregierung hielten sich Anfang September noch etwa 5.000 Migranten in der Exklave auf. Mindestens 91 Menschen kamen laut offiziellen Angaben bei dem Massenandrang ums Leben.Vivas sagte nun, er könne nicht sagen, wie viele Migranten noch in Ceuta seien. „Ich spreche von 5.000, 10.000, 15.000 – aber wir kennen die Zahl immer noch nicht.“Ceuta mit seinen rund 84.000 Einwohnern ist ebenso wie Melilla eine spanische Exklave in Nordafrika. Sie sind somit die einzigen Orte innerhalb der EU mit einer Landgrenze zu Afrika. Für beide Orte gilt innerhalb des Schengen-Raums eine Sonderregelung. Wer von dort auf das spanische Festland oder in andere Teile des Schengen-Raums reist, wird grundsätzlich erneut kontrolliert. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.