10.09.2026 19.15Online seit heute, 19.15 UhrNach einer Reihe von Sabotageangriffen auf das deutsche Stromnetz führt seit heute die deutsche Bundesstaatsanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen gegen den am Dienstag festgenommenen Verdächtigten. Dazu gibt es neue Details zur offenbar zufällig erfolgten Festnahme – und Hinweise auf insgesamt rund 160 Ziele.In einem Wohnmobil sei ein Notizbuch mit handschriftlichen Vermerken zu bisherigen und möglichen weiteren Sabotagezielen entdeckt worden. „Wir haben nicht nur den mutmaßlichen Täter der Anschläge gefasst, sondern damit womöglich immer weitere Anschläge verhindert“, so der Innenminister des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul.Dutzende AbschussvorrichtungenDer 48-Jährige soll an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht haben, Stromleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken zu sabotieren. In einigen Fällen ist das dem Deutschen gelungen.Den Ermittlungen zufolge soll der Mann Abschussvorrichtungen aufgebaut und mit selbstgebauten Raketen einen Draht über Hochspannungsleitungen geschossen haben. Mindestens zweimal kam es dadurch zu Kurzschlüssen, einzelne Blöcke von nahegelegenen Kraftwerken wurden lahmgelegt. Zu Schäden für die Bevölkerung kam es nicht.Allein in Nordrhein-Westfalen seien bisher mehr als 40 Abschussvorrichtungen für Raketen festgestellt worden. „Das wirkte alles ziemlich professionell gebaut.“ Dem Haftrichter habe der Festgenommene laut Reul schließlich auch sieben Orte genannt, die er als Lager genutzt habe. An drei dieser Orte sei die Polizei bereits fündig geworden.Tagelange Großfahndung„Die dem Beschuldigten zur Last gelegten Taten erfolgten länderübergreifend und zielten mutmaßlich auf die Verursachung großflächiger Stromausfälle“, teilte die nun ermittelnde Bundesanwaltschaft mit. „Dies war geeignet, in der Bevölkerung das Zutrauen in den Schutz der kritischen Infrastruktur zu schwächen und damit schädlichen Einfluss auf die innere Sicherheit der Bundesrepublik zu nehmen.“Hinweise auf das genaue Motiv gibt es noch keine. Nach dem Verdächtigen wurde europaweit gefahndet. Zwei Autobahnpolizisten haben den Mann am Dienstag dann offenbar aufgrund von platt getretenem Gras an einer Straße nahe dem Kraftwerk Weisweiler (Nordrhein-Westfalen) aufgespürt.Die beiden Polizisten waren laut Reul „eigentlich gar nicht an der Fahndung nach dem Mann beteiligt“. Nach Angaben vom Einsatzleiter Frank Wißbaum waren bis zu 1.700 Einsatzkräfte mehrere Tage lang für die Fahndung nach dem 48-Jährigen eingesetzt. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.