Presserat rügt „Krone“-Artikel über „Spitals-Touristen“

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10.09.2026 12.28Online seit heute, 12.28 UhrDer Presserat hat einen Bericht der „Kronen Zeitung“ über „‚Spitals-Touristen‘ kosten das Gesundheitssystem Milliarden“ bzw. dessen Online-Version „‚Spitals-Touristen‘ aus dem Ausland kosten Milliarden“ gerügt. Er ortete Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht sowie gegen die Regeln zu Pauschalverunglimpfung und Diskriminierung.Kritisiert wird insbesondere die Darstellung von 22 Millionen medizinischen Einzelleistungen, die zwischen 2015 und 2024 auf Menschen ohne österreichischen Pass entfielen. Die Zahl sei ohne ausreichende Einordnung präsentiert worden.Auch Angaben, wie viel von den Betroffenen in die Sozialversicherung eingezahlt wurde, fehlten, so der Presserat. Nicht belegt sei zudem die Behauptung, Menschen aus bestimmten Herkunftsländern würden in großem Umfang Schönheitsoperationen auf Kosten der Steuerzahler erhalten.Insgesamt bewertete der Presserat die Berichterstattung als „grob verzerrend“. Die pauschale Bezeichnung von Menschen mit Drittstaatsangehörigkeit als „Spitals-Touristen“ und deren Darstellung als Belastung für das Gesundheitssystem seien zudem geeignet, Vorurteile gegenüber Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund zu schüren.Die „Kronen Zeitung“ erkennt den Presserat als Selbstkontrollorgan der österreichischen Medien bisher nicht an und hat am Verfahren auch nicht teilgenommen.