Presserat rügt „Krone“ für Bericht über „Spitals-Touristen“

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10.09.2026 12.35Online seit heute, 12.35 UhrDer Presserat rügt die „Kronen Zeitung“ für ihren Artikel „‚Spitals-Touristen‘ kosten das Gesundheitssystem Milliarden“ bzw. dessen Online-Version „‚Spitals-Touristen‘ aus dem Ausland kosten Milliarden“. Das Selbstkontrollorgan ortet demnach gleich mehrere Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse – und zwar in den Punkten „Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Wiedergabe“, „Pauschalverunglimpfung“ und „Diskriminierung“.In den Berichten wird auf Basis einer FPÖ-Anfrage an das Sozialministerium ein Zusammenhang zwischen den Ausgaben im Gesundheitswesen und den Behandlungen von Flüchtlingen und Zuwanderern hergestellt. Konkret bezieht sich der Artikel auf rund 22 Millionen ambulante und stationäre Behandlungen von Menschen ohne österreichischen Pass im Zeitraum von 2015 bis 2024.„Grob verzerrend“Der Senat 3 beurteilt die „Krone“-Darstellung als „grob verzerrend“ – u.a. deshalb, da der prozentuelle Anteil von Drittstaatsangehörigen an der Summe aller Spitalpatienten geringer ausfalle als deren Anteil an der Gesamtbevölkerung."Neben einer faktisch nicht korrekten Einordnung der Zahlen, sieht es der Senat auch kritisch, dass im Artikel Menschen aufgrund ihrer Herkunft als Belastung und Kostenfaktor für das Gesundheitssystem dargestellt und pauschal als „Spitals-Touristen" bezeichnet werden“, wie es weiter heißt.„Geeignet, Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren“In diesem Zusammenhang werde nicht angeführt, wie viel die Bürgerinnen und Bürger der abgefragten Nationen in die Sozialversicherung einzahlen. In Hinblick auf die „falsche Aufbereitung der Spitalsbehandlungen“ und den damit verbundenen Kosten sei „die selektive Aufzählung von Nationalitäten außerdem dazu geeignet, Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren und Vorurteile gegenüber Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund zu schüren“, moniert der Presserat.Die „Kronen Zeitung“ erkennt den Presserat als Selbstkontrollorgan der österreichischen Medien bisher nicht an und hat am Verfahren auch nicht teilgenommen.