07.09.2026 14.47Online seit heute, 14.47 UhrDie Ukraine will den größten Wasserflaschenproduzenten des Landes beschlagnahmen – zum Ärger einer britischen Milliardärsfamilie, die gemeinsam mit russischen Investoren Anteile an dem Unternehmen hält. Das berichtete heute der britische „Guardian“.Konkret geht es dabei um die Firma IDS Ukraine, die im Land als Marktführer für abgefülltes Mineralwasser gilt. Im Mittelpunkt des Streits stehe die 34-prozentige Beteiligung der Familie Patarkazischwili, so die britische Zeitung.„Die Unternehmensanteile von IDS Ukraine wurden 2022 von den ukrainischen Behörden eingefroren, da russische Investoren, darunter Michail Fridman, Gründer des russischen Mischkonzerns Alfa Group, 49 Prozent der Anteile halten. Fridman unterliegt westlichen Sanktionen wegen seiner Unterstützung für das Regime von Wladimir Putin“, heißt es weiter. Auch die georgische Regierung hält Anteile.Ukrainische Behörde will „unabhängiges Management“Die ukrainische Regierungsbehörde ARMA wurde dem Bericht zufolge beauftragt, ein unabhängiges Management mit der Leitung des Unternehmens zu betrauen. Dabei sei die Behörde eigenen Angaben zufolge aber auf „rechtliche und bürokratische“ Hindernisse gestoßen. Die Behörde sprach zudem von „Bedenken hinsichtlich möglicher Geldwäsche und Wertabschöpfung bei IDS Ukraine“.Familie schließt Gang vor internationale Gerichte nicht ausDie Familie warnte in einem Statement eindringlich vor der Beschlagnahme der Anteile an IDS Ukraine und kündigte an, eine solche gegebenenfalls auch vor internationalen Gerichten bekämpfen zu wollen.Zudem teilte sie mit, dass ukrainische Behörden keinerlei „Anhaltspunkte für Geldwäsche, unrechtmäßige Abhebung von Geldern oder sonstige Finanzaktivitäten dieser Art seitens IDS Ukraine“ gefunden hätten.Vor dem ukrainischen Antikorruptionsgericht bekämpfen die Aktionäre parallel dazu Versuche, IDS Ukraine im Gesamten oder in Teilen zu verstaatlichen. Einige Regierungsmitglieder sehen in der Firma immerhin einen „wichtigen strategischen Vermögenswert in Kriegszeiten“, schreibt der „Guardian“.Die britische Milliardärsfamilie ließ dazu in einem Statement ausrichten, dass IDS Ukraine „seit Beginn des umfassenden Einmarsches Russlands keinen einzigen Tag lang die Produktion eingestellt“ habe. Das Unternehmen versorge die ukrainischen Verbraucher mit Trinkwasser, selbst inmitten anhaltender Raketen- und Drohnenangriffe, hieß es.