Bauer drängt auf Umsetzung von Integrationsgesetz

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11.09.2026 11.42Online seit heute, 11.42 UhrKanzleramtsministerin Claudia Bauer (ÖVP) macht Druck bei der Reform der Sozialhilfe und dem damit verbundenen Integrationspflichtengesetz. Bis Oktober müssten die beiden Materien vorliegen, um sie zeitgerecht mit Jahresbeginn in Kraft setzen zu können, erklärte sie heute anlässlich der Präsentation des Statistischen Jahrbuchs „Migration und Integration“ der Statistik Austria. Als Argument, warum es das Gesetz brauche, führte Bauer etwa die vergleichsweise niedrige Quote der Erwerbstätigkeit unter zugewanderten Frauen an.Betonung auf VerbindlichkeitMehrfach betonte die Ministerin, dass sie ihren Teil des Pakets bereits vor mehreren Monaten vorgelegt habe. Die Sozialhilfereform wurde hingegen vom Sozialministerium erst vor kurzem in die koalitionsinterne Koordinierung geschickt. Bauer appelliert nun, mehr Tempo zu machen, brauche man das Gesetz doch „dringend“.Der Integrationsministerin geht es dabei, wie sie formulierte, um mehr Verbindlichkeit. 13.000 abgebrochene Kurse zeigten sehr deutlich, warum es diese brauche und man mit Freiwilligkeit nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt habe. Bauer sieht hier auch Chancen für Frauen, über Deutschkenntnisse und Erwerbstätigkeit ein Stück mehr Selbstständigkeit zu erlangen.Zugewanderte Frauen mit niedriger ErwerbquoteWas die Erwerbstätigkeit Zugewanderter insgesamt angeht, liegt diese mit 74 Prozent nur knapp unter jener der Personen ohne Migrationshintergrund mit 79 Prozent. Jedoch sind nur 59 Prozent der Frauen aus Drittländern am Arbeitsmarkt aktiv. Besonders niedrig sind die Zahlen bei Personen aus der zusammengefassten Gruppe Afghanistan, Syrien und Irak mit gerade einmal 29 Prozent.Mehr als 2,5 Millionen mit MigrationshintergrundInsgesamt hatten im Jahresdurchschnitt 2025 in Österreich 2,55 Millionen Menschen Migrationshintergrund. Das bedeutet einen Anstieg um gut eine Million seit 2010. Die größte Zuwanderergruppe in dieser Periode waren mit 116.000 Personen Rumänen und Rumäninnen, gefolgt von syrischen Staatsbürgern.Insgesamt sind Deutsche mit rund 242.000 Menschen in Österreich die dominierende Nation. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat dazu geführt, dass Bürger aus diesem Land hierzulande mittlerweile die neuntgrößte Gruppe ausmachen.