14.09.2026 00.03Online seit heute, 0.03 UhrDer israelische Kulturminister Miki Zohar will den beiden preisgekrönten Regisseuren der Gaza-Filmdokumentation „Naza“ die Staatsbürgerschaft entziehen. Zohar warf Rachel Szor und Juval Abraham gestern auf X „Verrat am Staat“ Israel vor.Sie seien bereit, „ihrem Heimatland zu schaden, um Beifall von Antisemiten auf der ganzen Welt zu erhalten“. Er werde daher „unverzüglich Maßnahmen ergreifen“, um ihnen die israelische Staatsbürgerschaft zu entziehen.„Naza“ beim Filmfestival in Venedig ausgezeichnet„Naza“ war am Samstag beim Filmfestival von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet worden. Die Dokumentation war bei ihrer Premiere in Venedig mit 25 Minuten andauernden stehenden Ovationen gefeiert worden und wurde auch von Kritikern hoch gelobt. In „Naza“ berichten israelische Militärvertreter und Geheimdienstler anonym, wie die israelische Armee im Gazastreifen palästinensische Zivilisten tötete.Israels rechtsextremer Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir griff die beiden Filmemacher ebenfalls scharf an. „Ihr seid eine Schande und eine Blamage für das gesamte israelische Volk. Verschwindet!“, schrieb er auf X.Entzug der Staatsbürgerschaft rechtlich möglichDer Entzug der Staatsangehörigkeit ist in Israel rechtlich möglich, wird jedoch selten angewendet. Der Oberste Gerichtshof bestätigte 2022, dass ein solcher Schritt möglich sei, wenn die Beschuldigten durch Spionage oder Verrat ihre „Loyalität“ gegenüber dem Staat gebrochen haben.2023 wurde das entsprechende Gesetz auf „Terror“-Delikte ausgeweitet. Ein Entzug der Staatsbürgerschaft muss demnach vom Innenminister beantragt, vom Justizminister genehmigt und schließlich von einem Richter bestätigt werden.