Auf Kernaufgaben konzentrieren | Le Temps - Schweiz

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09. September 2026Am gestrigen Dienstag wurden die Ergebnisse der Pisa-Studie 2025 veröffentlicht, für die 760.000 15-Jährige aus 91 Ländern getestet wurden. Im weltweiten Schnitt sanken die Leistungen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften erneut. In Europa schneiden unter anderem Estland, Irland, Polen und die Schweiz gut ab, während in Deutschland die Ergebnisse so schlecht wie noch nie sind. Die Presse diskutiert Ursachen und Konsequenzen.Alle Zitate öffnen/schließen Tageblatt (LU) / 08. September 2026TageblattLand des MediumsLuxemburgSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksAuflage9.674 (2021)Herausgeber/VerlagEditpress Luxembourg s.a.Online-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigAuch die Erwachsenen lesen kaum nochDass Luxemburgs Kinder besonders bei der Lesekompetenz weiter zurück gefallen sind, liegt auch an schlechten Vorbildern, betont das Tageblatt:„Jeder Erwachsene in diesem Land trägt seinen Teil dazu bei, einige mehr, einige weniger ... . Wir schauen lieber Videos auf Social Media, als einen Artikel zu lesen. Wir lassen uns von der KI auf jede noch so dämliche Frage eine Antwort ausspucken, statt dass wir selbst mal drei Quellen recherchieren und uns eine eigene Meinung bilden. All das erspart uns Anstrengung, aber auf Dauer kostet es den Verstand. Immer weniger Haushalte haben eine Zeitung im Abo und immer weniger Erwachsene greifen regelmäßig zu einem Buch – dabei sind wir die Vorbilder für unsere Kinder. Wenn die Erwachsenen zu Hause kaum lesen, warum sollte es der Nachwuchs tun?“Armand Back  Zum Originalartikel Le Temps (CH) / 08. September 2026Le TempsLand des MediumsSchweizSprache des MediumsFranzösischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietregionalPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage34.000 (2023)Visits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagLe Temps SAOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigAuf Kernaufgaben konzentrierenZwar zählen die Schweizer Schüler weiter zu den besten in Europa, doch sinkt auch ihr Niveau. Le Temps fordert daher eine Rückbesinnung auf zentrale Kompetenzen:„Heute verfügt jeder dritte junge Schweizer nicht über die erforderlichen Grundkenntnisse. Das muss sich ändern. Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren hat dies bereits in Angriff genommen. Sie betont: Lesen, Schreiben und Rechnen müssen (wieder) Priorität erhalten. Das zu sagen, genügt nicht. Die Botschaft muss bis in die Klassenräume durchdringen. Und auch bis in die Parlamente: Es muss Schluss damit sein, dass man Schulen alles Mögliche aufhalst – Erste-Hilfe-Kurse, Ernährung, Schweizerdeutsch … - und ihnen erlauben, sich auf ihre Kernaufgabe zu konzentrieren.“Morard Romaine  Zum Originalartikel Die Zeit (DE) / 08. September 2026Die ZeitLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsWochenzeitungErscheinungsweisewöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage639.521 (2022)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagZeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KGOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigLehrer sollten sich kritische Fragen stellenFür Die Zeit ist es zu einfach, nur auf die schlechten Rahmenbedingungen zu verweisen:„[D]er einzelne Lehrer [kann] so viel ausrichten. Durch Zuhören, echtes Interesse, durch einen Unterricht, der auf den Einzelnen eingeht. ... Niemand verlangt von Lehrern, über Belastungsgrenzen zu gehen, weniger Ferien zu machen, auf Privilegien zu verzichten, niemand stiftet hier zum Lehrerbashing an. Aber wenn nur 56 Prozent der deutschen Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Pisa-Befragung sagen, dass ihre Lehrkraft Interesse am Lernen jedes einzelnen Schülers hat, dann ist das viel zu wenig. Fast die Hälfte der Schüler hat demnach den Eindruck, sie sei ihren Lehrern nicht sonderlich wichtig. Spätestens morgen sollte jedes Lehrerkollegium in Deutschland eine Konferenz einberufen, um sich endlich zu fragen: Was hat Pisa mit uns zu tun?“Jeannette Otto  Zum Originalartikel Tygodnik Powszechny (PL) / 09. September 2026Tygodnik PowszechnyLand des MediumsPolenSprache des MediumsPolnischArt des MediumsWochenzeitungErscheinungsweisewöchentlich am MontagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkatholischAuflage22.803 (2022)Herausgeber/VerlagFundacja Tygodnika PowszechnegoOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigFür Polen sowohl Balsam als auch bittere PilleAuch Polens gute Pisa-Ergebnisse sind nicht ohne Schwächen, schreibt Tygodnik Powszczechny:„Es sieht zumindest nicht schlecht aus, wir können wieder Selbstwertgefühl tanken. In einem Land, das seit fast vier Jahrzehnten dem mythischen Westen hinterherjagt, muss eine Karte, die zeigt, dass Polen – und zwar in dem wichtigen Bereich der Bildung – Deutschland, Frankreich, Spanien oder Italien erneut um Längen hinter sich lässt, Eindruck machen. ... Wir schneiden im Grunde überall schlecht ab, wo die Messung der harten Kompetenzen endet und sich das Bild der Schule als einem Ort für Menschen abzeichnet. Polnische Fünfzehnjährige fühlen sich seltener als ihre Altersgenossen aus anderen Ländern als Teil ihrer Schulgemeinschaft.“Przemysław Wilczyński  Zum Originalartikel La Vanguardia (ES) / 09. September 2026La VanguardiaLand des MediumsSpanienSprache des MediumsSpanischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage84.000 (2020)Herausgeber/VerlagGodóOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigSelbstzerstörung durch intellektuelles DegradierenLa Vanguardia warnt vor einer dystopischen Koppelwirkung:„Der Verlust intellektueller Fähigkeiten bei jungen Menschen, die unerlässlich sind, um den eigenen Lebensweg zu gestalten und die zum Fortschritt einer kultivierteren und gerechteren Gesellschaft beitragen, geht mit dem Aufstieg illiberaler oder autoritärer politischer Kräfte einher. Das lässt eine düstere Zukunft erahnen. Das Bildungssystem muss gestärkt werden, geschützt vor Haushaltsumschichtungen oder Sparmaßnahmen. Und junge Menschen brauchen einen besseren Schutz in der digitalen Welt. ... Ein weiteres Abrutschen in den Pisa-Ranglisten käme der Selbstzerstörung gleich.“  Zum Originalartikel Neatkarīgā (LV) / 09. September 2026NeatkarīgāLand des MediumsLettlandSprache des MediumsLettischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseregelmäßig aktualisiertVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungnationalistischAuflage24.000 (2018)Visits< 500.000Herausgeber/VerlagMediju namsOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiKein Zurück zum zweisprachigen BildungssystemBeim Leseverständnis haben nur 59 Prozent der Schüler in Lettland ein positives Ergebnis erzielt. Neatkarīgā beleuchtet dieses Ergebnis vor dem Hintergrund der Abschaffung des Russischen als Unterrichtssprache 2023:„Es besteht kein Zweifel, dass einige Politiker diese Studie als Argument dafür nutzen werden, dass der Unterricht in einer anderen Sprache als der Muttersprache das allgemeine Bildungsniveau der Kinder senkt und die zweisprachige Bildung zumindest teilweise wiederhergestellt werden müsse. Solche Versuche, auf Kosten der Kinder politischen Vorteil zu erlangen, müssen mit aller Härte verfolgt werden. Für das einheitliche Bildungssystem gibt es keinen Weg zurück, und wird es nie geben. Der Staat muss klarstellen: Eltern, die das Erlernen der lettischen Sprache bei ihren Kindern behindern, anstatt es zu fördern, schaden deren Zukunft.“Bens Latkovskis  Zum Originalartikel