21.09.2026 06.30Online seit heute, 6.30 UhrDer Karibikstaat Haiti hat fünf Jahre nach der Ermordung des Präsidenten Jovenel Moise 18 mutmaßlich Beteiligte an die USA ausgeliefert. Dort soll ihnen im US-Bundesstaat Florida der Prozess gemacht werden. „Der heutige Tag markiert die nächste wichtige Phase in unserem Bestreben, die Verantwortlichen (…) zur Rechenschaft zu ziehen“, erklärte der zuständige US-Staatsanwalt Reding Quinones.Das Verfahren findet in Florida statt, da nach Erkenntnissen der Ermittler die Verschwörung, die hinter dem Attentat stand, zum Teil dort geplant wurde. Wie Quinones mitteilte, wurden die Angeklagten in einem Militärflugzeug von Haiti nach Florida gebracht. Das haitianische Justizministerium bestätigte die Auslieferung.Nähere Angaben dazu, wer die überführten Personen sind, machten die Behörden nicht. Lokale Medien berichten übereinstimmend, dass es sich um 17 kolumbianische Söldner und einen ehemaligen haitianischen Funktionär handle – wobei letzterer nicht an der Ermordung selbst, sondern als Drahtzieher im Hintergrund beteiligt gewesen sein soll.Laut Quinones sind insgesamt 30 Personen wegen des Attentats auf Moise am 7. Juli 2021 angeklagt. Den Ermittlungen zufolge drangen damals rund 20 kolumbianische Söldner im Auftrag mehrerer Drahtzieher in die Präsidentenresidenz nahe der Hauptstadt Port-au-Prince ein und töteten den bis heute letzten gewählten haitianischen Staatschef mit zwölf Schüssen.Die US-Justiz geht davon aus, dass die Verschwörer Moise ursprünglich entführen und als Staatschef ersetzen wollten. Es gab bereits mehrere Schuldsprüche. Zuletzt wurden im Mai dieses Jahres vier Männer wegen der Planung des Attentats verurteilt.