Apple baut inzwischen eigene Mobilfunkmodems und eigene Funkchips, vollständig getrennte Wege gehen Cupertino und Qualcomm aber noch lange nicht. Qualcomm hat die Verlängerung seines weltweiten Patentlizenzvertrags mit Apple bestätigt. Gleichzeitig gibt es Neuigkeiten bei Snapdragon-Notebooks und einen neuen Audiochip, der ausgerechnet bei einem alten AirPods-Schwachpunkt interessant wird.Apple bleibt Qualcomm-LizenzkundeDer neue Patentvertrag tritt am 1. April 2027 in Kraft. Wie lange er läuft und welche finanziellen Konditionen gelten, verrät Qualcomm nicht. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Patenten und Hardware: Apple verpflichtet sich damit nicht, weiterhin Qualcomm-Modems einzubauen.Die bisherige Vereinbarung zur Lieferung von 5G-Modems umfasste die iPhone-Generationen der Jahre 2024 bis 2026. In Deutschland arbeitet inzwischen sowohl im iPhone 18 Pro als auch im Pro Max Apples eigener C2-Chip. Dennoch benötigt Apple Lizenzen für zahlreiche von Qualcomm gehaltene Mobilfunkpatente. Die jahrelange Geschäftsbeziehung endet mit Apples Wechsel auf eigene Modems somit nicht.Linux für die Mac-KonkurrenzAuch bei Notebooks baut Qualcomm sein Angebot aus. Die Snapdragon-X2-Plattform erhält offiziellen Linux-Support. Bis Ende des Jahres soll Debian unterstützt werden, für Ubuntu ist eine Zertifizierung im ersten Halbjahr 2027 vorgesehen.Damit laufen die ARM-Chips künftig nicht mehr nur mit Windows und Googles neuem Googlebook OS. Qualcomm arbeitet zudem daran, Treiber für Adreno-Grafik und Hexagon-NPU direkt in Linux einfließen zu lassen. HP, ASUS und weitere Hersteller planen für 2027 entsprechende Geräte. Für den Mac bedeutet dies mehr Konkurrenz bei ARM-Notebooks – in einem Bereich, den Apple mit seinen M-Prozessoren lange nahezu allein besetzt hat.Lossless ohne BluetoothVielleicht interessanter für den Alltag ist der neue Snapdragon Sound Elite Gen 2. Qualcomm integriert erstmals stromsparendes Wi-Fi 6E direkt in den Audiochip. Kopfhörer können dadurch unabhängig von Bluetooth mit dem heimischen WLAN und sogar direkt mit Cloud-Diensten kommunizieren.Über Qualcomms XPAN-Technik sollen sich darüber Musikstreams mit bis zu 192 kHz verlustfrei übertragen lassen. Hinzu kommen größere Reichweiten, geringere Latenzen und direkte Verbindungen zu KI-Assistenten. Gegenüber der vorherigen Plattform soll der Chip bis zu 40 Prozent weniger Energie benötigen und 30 Prozent kleiner sein.Damit könnte Bewegung in ein Thema kommen, bei dem auch Apple noch Luft nach oben hat. Die AirPods Pro 3 setzen am iPhone weiterhin auf Bluetooth 5.3. Apple weist selbst darauf hin, dass Bluetooth-Verbindungen grundsätzlich nicht verlustfrei sind. Apple Music bietet zwar Hi-Res Lossless bis 24 Bit und 192 kHz an, drahtlos kommt diese Qualität bei den AirPods bislang aber nicht an.Ob Wi-Fi-Ohrhörer diesmal tatsächlich den Durchbruch schaffen, bleibt abzuwarten. Qualcomm hatte die Technik bereits vor einigen Jahren angekündigt, damals benötigte sie jedoch noch einen zusätzlichen WLAN-Chip. Jetzt steckt alles auf einer Plattform. Bose arbeitet laut Qualcomm bereits mit der neuen Technik, zudem sind Produkte von HP und Cleer angekündigt.★ ifun.de bei Google bevorzugen ★Der Beitrag Qualcomm bleibt für Apple wichtig – und greift Mac und AirPods an wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.