25.09.2026 07.03Online seit heute, 7.03 UhrAb Sonntag gelten die neuen EU-weiten Regeln gegen Greenwashing in Österreich, allerdings gibt es Kritik an der nationalen Umsetzung. Laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace können hierzulande bereits produzierte Waren noch drei Jahre lang im Regal als umweltfreundlich vermarktet werden, auch wenn sie es gar nicht sind.Gemeinsam mit dem Ökobüro legt Greenpeace daher Beschwerde bei der EU-Kommission gegen Österreich ein, bestätigte die Umweltschutzorganisation gegenüber der APA.Strengere RegelnZiel der sogenannten „Empowering Consumers“ (EmpCo)-Richtlinie ist es, gegen Greenwashing und Konsumententäuschung vorzugehen. Öko-Bewerbungen müssen belegbar sein, Nachhaltigkeitssiegel gelten nur, wenn sie zertifiziert sind, der Begriff der Klimaneutralität wird enger gefasst. Weiters soll die Bewerbung von ohnehin geltenden Mindeststandards untersagt sein und falsche Angaben zur Haltbarkeit und zur Reparierbarkeit werden verboten.Greenpeace sieht Verstoß gegen Europarecht„Die EmpCo-Richtlinie ist ein Meilenstein im Kampf gegen Greenwashing“, so Greenpeace-Wirtschaftsexpertin Ursula Bittner. „Doch die österreichische Bundesregierung untergräbt die Bemühungen der EU.“Die Umweltschutzorganisation verweist auch auf ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten, das der Regelung Europarechtswidrigkeit attestiert. Die dreijährige Übergangsfrist für bereits produzierte Waren im Handel, die in Österreich gelten soll, sei in der EU-Richtlinie nicht vorgesehen. Greenpeace fordert Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) auf, „das Gesetz europarechtskonform“ nachzuschärfen und die „dreijährige Übergangsfrist zu streichen“, so Bittner.