25.09.2026 09.45Online seit heute, 9.45 UhrSie sehen aus wie Schwammerln, sind aber aus Gusseisen: 500 Stahlhelme lässt der chinesische Künstler Ai Weiwei derzeit vor dem Museum of Contemporary Art Australia in Sydney „sprießen“.Die 40 Meter lange Installation „Mushrooms“ wurde heute auf der öffentlichen Grünfläche Tallawoladah Law mit Blick auf den berühmten Hafen enthüllt.In zehn gleichmäßigen Reihen stehen die Helme auf einer erhöhten Plattform. Besucherinnen und Besucher können durch einen Mittelgang durch die Installation gehen.APA/AFP/Izhar KhanDie einzelnen Helme sind Nachbildungen verschiedener Kampfschutzhelme des 20. Jahrhunderts samt ihrer inneren Polsterung. Sie stehen zugleich für den Schutz und die Verletzlichkeit menschlichen Lebens.Deutsche Ukraine-Politik als AuslöserBesonders eng ist das Werk mit einem umstrittenen Kapitel der deutschen Ukraine-Politik verbunden. Ausgangspunkt für „Mushrooms“ war nach Angaben des Museums die Entscheidung der deutschen Bundesregierung, der Ukraine Anfang 2022 rund 5.000 Schutzhelme zu liefern.Die Lieferung löste heftige Kritik aus und wurde zum Symbol für die aus Sicht der Kritiker zögerliche deutsche Unterstützung.Viele Bedeutungen für Titel „Mushrooms“Der Titel „Mushrooms“ spielt dem Künstler zufolge auf das Aussehen der Helme an, aber auch auf die Eigenschaften von Schwammerln: Sie verwandelten verrottendes Material in neues Leben und stünden für Wachstum in der Dunkelheit. Zugleich erinnere der Begriff an Atompilze.Im Chinesischen stehe das Wort zudem für endlose Verzögerungen, sagte Ai und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass meine Arbeit die Menschen zum Nachdenken über Krieg und Frieden anregt.“ Die Installation ist bis 2028 kostenlos zu sehen.