27.09.2026 13.36Online seit heute, 13.36 UhrEin Manipulationsskandal an der Börse erschüttert die Türkei. Im Rahmen von Ermittlungen wegen Unregelmäßigkeiten auf dem Kapitalmarkt sei unter anderem das Vermögen von 42 Personen und 46 juristischen Personen eingefroren worden, teilte Justizminister Akin Gürlek gestern Abend auf der Plattform X mit.Zuvor waren mindestens 45 Personen verhaftet worden, darunter Führungskräfte von Investmentfirmen. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft ermittle unter anderem wegen Betrugs, Verstößen gegen das Kapitalmarktgesetz und Gründung einer kriminellen Vereinigung, so Gürlek.Seit Mitte September beschäftigt die Krise um Investmentfonds die Türkei. Die türkische Kapitalmarkbehörde SPK liquidierte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge 131 Investmentfonds, in denen Medienberichten zufolge Vermögenswerte in Milliardenhöhe gebunden waren. Mehr als 455.000 Anleger und Anlegerinnen sind Anadolu zufolge betroffen.Die türkischen Behörden ermitteln, ob die Fondsbewertungen künstlich aufgebläht wurden. Medienberichten zufolge sind zahlreiche Kleinanleger betroffen. Wegen der hohen Inflation in der Türkei investieren viele Menschen ihr Erspartes in Aktiengeschäften, in der Hoffnung, es so gegen den Wertverlust zu schützen.Die größte Oppositionspartei Yeni sprach von einer schweren Krise und forderte die Regierung Anadolu zufolge dazu auf, Anleger zu entschädigen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte erklärt, das Problem betreffe einen begrenzten Bereich der Kapitalmärkte, und es bestehe kein Risiko für das Finanzsystem oder die türkische Wirtschaft.