22.09.2026 19.29Online seit heute, 19.29 UhrDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in seiner Rede vor der UNO einen sofortigen Beginn des Wiederaufbaus im vom Krieg zerstörten Gazastreifen gefordert. „Wir müssen umgehend mit dem Wiederaufbau des Gazastreifens beginnen“, sagte Erdogan heute bei der UNO-Generaldebatte in New York. Die Staatenlenker der Welt forderte er auf, „größeren Druck auf Israel auszuüben“.Israel warf er „Staatsterror“ vor, das Land sei für den Tod von Zehntausenden Palästinensern verantwortlich. „Gaza ist das unmenschlichste und beschämendste Konzentrationslager unserer Zeit“, sagte Erdogan.Durch die Angriffe Israels, die auf den brutalen Überfall der radikalislamischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gefolgt waren, liegt das Palästinensergebiet größtenteils in Schutt und Asche. UNO-Zahlen zufolge waren im Oktober 2025 84 Prozent aller Gebäude beschädigt oder zerstört.Im Oktober des vergangenen Jahres war im Gazastreifen eine von der US vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas in Kraft getreten. Israel hat seine Angriffe seither trotzdem fortgesetzt und behindert zudem nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen die Einfuhr von Ausrüstung, welche für den Wiederaufbau benötigt wird.Laut einer gemeinsamen Schätzung von UNO, EU und der Weltbank vom April wird der Wiederaufbau im Gazastreifen in den kommenden zehn Jahren 71,4 Milliarden Dollar (rund 62 Milliarden Euro) kosten.Jordaniens König Abdullah II. hat Israel bei seiner Rede schwerste Verstöße gegen internationales Recht vorgeworfen. Israels Vorgehen im Gazastreifen sei „ein Versuch, palästinensisches Leben auszulöschen und eine neue Realität am Boden zu verhängen“, sagte der Monarch. Gaza werfe die Frage auf: „Wenn das Völkerrecht über Jahrzehnte ignoriert werden kann, was genau ist dieses Recht dann wert?“Gaza sei „eine der weltweit längsten Besatzungen“. Auch im Westjordanland gebe es beim Vorgehen Israels eine grundlegende Verschiebung, so der König weiter. „Was einst ein schleichender Prozess war, ist explodiert in etwas viel Aggressiveres“, sagte er. Abdullah II. sprach von „Zwangsvertreibung“ im Westjordanland durch Israel, die ein Kriegsverbrechen darstelle.Die Weltgemeinschaft würde den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nur noch „managen“ und ihn nicht angehen. „Wir haben Werkzeuge: Sanktionen, Einfrieren von Vermögen, Embargos, diplomatische Isolation und wir haben sie schon anderswo eingesetzt. Aber mit Israel enden Resolutionen dort, wo sie begannen – auf dem Papier“, beklagte der Monarch.