27.09.2026 09.07Online seit heute, 9.07 UhrZehntausende Menschen haben in Madrid für das Recht auf Wohnen und gegen Zwangsräumungen demonstriert. Der Protest stand unter dem Motto „Ni una Maricarmen mas“ (dt.: Keine weitere Maricarmen) und richtete sich vor allem gegen die Zwangsräumung einer 87-Jährigen dieses Namens, die nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung in Spaniens Hauptstadt vertrieben worden war.Das Innenministerium sprach von rund 25.000 Teilnehmenden, die Veranstalter, ein Mieterverband, von 300.000.Der Fall der 87-jährigen Maricarmen hatte in Spanien große Aufmerksamkeit ausgelöst. Sie war 1956 mit ihren Eltern in die Wohnung im Madrider Stadtteil Retiro eingezogen und hatte später den Mietvertrag übernommen. Nachdem das Gebäude an ein Immobilienunternehmen verkauft worden war, sollte sie ausziehen, weil ihr alter Mietvertrag beendet werden sollte.Am Mittwoch wurde sie nach mehreren gescheiterten Räumungsversuchen schließlich aus der Wohnung gebracht und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert. Im Interview des TV-Senders RTVE sagte sie: „Bitte, kämpft weiter.“ Nach Abschluss der Demonstration errichteten Teilnehmer auf der Puerta del Sol ein Protestcamp mit Dutzenden Zelten.Unter dem Eindruck der Proteste auch in anderen spanischen Städten arbeitet die Regierung daran, am Dienstag im Ministerrat ein neues Gesetzesdekret zur Wohnungspolitik zu verabschieden. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen gegen Zwangsräumungen.