Anker SOLIX S2000 ausprobiert: 2 kWh für Notstrom und USV

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Powerstations mit rund 2 kWh Kapazität gibt es inzwischen reichlich. Bei der neuen Anker SOLIX S2000 setzt der Hersteller allerdings einen etwas anderen Schwerpunkt. Statt mit immer höheren Ausgangsleistungen um sich zu werfen, sollen kompakte Abmessungen und ein niedriger Eigenverbrauch dafür sorgen, dass von den vorhandenen 2.000 Wh möglichst viel tatsächlich bei den angeschlossenen Geräten ankommt.Die S2000 bietet 4 Steckdosen und drei USB-PortsDas klingt erst einmal weniger spektakulär als vierstellige Wattzahlen mit möglichst vielen Nullen. Im Alltag kann dies aber genau der interessantere Ansatz sein. Vor allem dann, wenn Kühlschrank, Router, Rechner oder NAS lange weiterlaufen sollen. Mit 1.500 W Dauerleistung ist nämlich relativ schnell klar, dass Anker hier keine mobile Steckdose für den kompletten Haushalt bauen wollte.2 kWh, die erstaunlich wenig Platz benötigenBeim Auspacken fällt zunächst auf, wie wenig Platz die S2000 beansprucht. Mit etwa 21 × 28 × 32 cm ist sie für ihre Kapazität angenehm kompakt. Das hochkant gebaute Gehäuse hat eine kleine Stellfläche und die seitlichen Griffmulden stehen nicht über. Im Camper, Kofferraum oder unter einem Schreibtisch ist das mehr wert als irgendeine ausgefallene Gehäuseform.Die hochkant gebaute S2000 benötigt nur wenig StellflächeDas Gewicht von 16,2 kg muss man trotzdem mögen. Vom Keller zum Auto oder vom Haus auf die Terrasse lässt sich die Powerstation problemlos tragen. Auf die Idee, damit anschließend noch eine Runde über den Campingplatz zu drehen, kommt man eher nicht.Im Inneren stecken 2.000 Wh in Form von LFP-Zellen mit 314 Ah. Anker nennt 6.000 Ladezyklen bis 80 Prozent Restkapazität und sogar 10.000 Zyklen bis 60 Prozent. Solche Werte können wir naturgemäß nicht überprüfen. Bis wir bei 6.000 vollständigen Ladezyklen angekommen wären, dürfte ohnehin eine ganze Weile vergehen. Greifbarer ist die Herstellergarantie von fünf Jahren.Die Steckdosen sitzen nicht zufällig auf zwei SeitenEin Detail, das auf dem Datenblatt kaum auffällt, im Alltag aber durchaus praktisch ist, betrifft die Anordnung der Anschlüsse. Die Netzsteckdosen verteilen sich auf Vorder- und Rückseite. Dauerverbraucher können dadurch hinten angeschlossen bleiben, während die Vorderseite für Geräte frei bleibt, die nur gelegentlich Strom benötigen. Das erspart zumindest einen Teil des üblichen Kabelknäuels.Vorne sitzen Steckdosen, USB-Anschlüsse, Solareingang und DisplayFür Mobilgeräte und anderes USB-Zubehör stehen ebenfalls mehrere Anschlüsse bereit. Ein USB-C-Port liefert bis zu 100 W und kann damit auch aktuelle MacBooks problemlos direkt versorgen. Dazu kommen ein weiterer USB-C-Anschluss mit 15 W sowie USB-A mit 12 W.Die wichtigsten Informationen zeigt die S2000 direkt auf ihrem Display an. Akkustand sowie Ein- und Ausgangsleistung sind damit auch ohne Smartphone sichtbar. Dazu kommt eine laufend aktualisierte Schätzung der verbleibenden Betriebsdauer. Und genau diese Anzeige ist im Alltag interessanter, als man zunächst vermuten könnte.Ein Blick aufs Display reicht für Verbrauch und verfügbare ReserveBei 1.500 Watt ist regulär SchlussDie Powerstation liefert dauerhaft maximal 1.500 W. Kühlschrank, Fernseher, Rechner, Kaffeemaschine und viele kleinere Werkstattgeräte passen damit problemlos ins Beuteschema. Wir konnten auch einen Verbraucher mit rund 1.600 W betreiben. Die S2000 schaltet also nicht zwangsläufig in dem Moment ab, in dem die nominellen 1.500 W kurz überschritten werden.Als reguläre Dauerleistung sollte man daraus trotzdem keine 1.600 W machen. Anker gibt 1.500 W Dauerleistung und bis zu 3.000 W Spitzenleistung an. Die zusätzlichen Reserven sind vor allem praktisch, wenn Geräte beim Einschalten oder auf höchster Drehzahl kurzzeitig mehr Leistung verlangen.Für Werkstatt und Hobbyraum sind 1.500 Watt häufig ausreichendDamit darf der Wasserkocher noch mitspielen. Wasserkocher, Heizlüfter und Kaffeemaschine gleichzeitig einzustecken, ist dagegen keine besonders erfolgversprechende Versuchsanordnung. Wer regelmäßig mehrere starke Verbraucher parallel betreiben möchte, sollte sich in einer höheren Leistungsklasse umsehen.Am Stromnetz darf es etwas mehr seinEine Besonderheit gibt es beim Bypass-Betrieb. Ist die S2000 mit dem Stromnetz verbunden, können laut deutschem Datenblatt bis zu 2.300 W an die angeschlossenen Verbraucher weitergereicht werden. Die 1.500-W-Grenze der S2000 greift in diesem Fall also nicht unmittelbar.Notstrom und MindBase: Anker rüstet für den NotfallDas ist insbesondere dann interessant, wenn die S2000 dauerhaft zwischen Steckdose und Arbeitsplatz oder Netzwerkhardware sitzt. Solange Netzstrom vorhanden ist, werden die angeschlossenen Geräte darüber versorgt. Erst beim Stromausfall übernimmt der Akku und damit wieder die 1.500-W-Grenze.Am Schreibtisch kann die S2000 dauerhaft zwischen Netz und Geräten sitzenDie Powerstation lässt sich also durchaus als große USV verstehen. Und genau dieser Einsatz dürfte letztlich mehr interessieren, als die Frage, ob man noch irgendein Küchengerät an die Leistungsgrenze bekommt.Strom weg? Der Rechner merkt erst einmal nichtsDie integrierte USV-Funktion soll bei einem Netzausfall innerhalb von höchstens 10 ms umschalten. Das lässt sich erfreulich unkompliziert ausprobieren. Rechner an die S2000 anschließen, Powerstation ans Stromnetz und anschließend den Netzstecker ziehen. Der Mac Studio und das Studio Display laufen weiter.Damit wird die S2000 für Rechner, Router, NAS und andere Netzwerktechnik interessant. Eine klassische kleine USV soll häufig nur genug Zeit liefern, um einen Rechner sauber herunterzufahren. Mit 2 kWh Kapazität kann man dagegen darüber nachdenken, einfach weiterzuarbeiten.Für USV, Eigenverbrauch und Zeitsteuerung stehen eigene Modi bereitUnd man muss dafür nicht mit theoretischen Laufzeitangaben jonglieren. Die S2000 zeigt auf dem Display an, wie viel Leistung die angeschlossenen Geräte gerade abrufen und wie lange der vorhandene Akkustand bei diesem Verbrauch voraussichtlich reicht. MacBook, Bildschirm und Netzwerk anschließen, kurz aufs Display schauen und schon bekommt man eine brauchbare Vorstellung davon, wie viel Reserve noch vorhanden ist.Die Restlaufzeit ist keine feste GrößeInteressant wird diese Anzeige bei Geräten, deren Verbrauch ständig wechselt. Ein Kühlschrank ist dafür das klassische Beispiel. Läuft der Kompressor, steigt die Leistungsaufnahme deutlich. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, fällt der Verbrauch wieder stark ab. Entsprechend kann auch die angezeigte Restlaufzeit innerhalb kurzer Zeit kräftig springen.Beim Fernseher ist es ähnlich. Bildschirmhelligkeit, dargestellte Inhalte und Betriebszustand beeinflussen den aktuellen Verbrauch. Beim Computer kommt noch stärker hinzu, was man gerade damit macht. Ein nahezu untätiger Rechner stellt andere Anforderungen als ein System, das Prozessor und Grafikkarte auslastet.Die App zeigt Ladezustand, Ein- und Ausgangsleistung auf einen BlickDie Anzeige sollte man deshalb nicht als Versprechen verstehen, dass die S2000 noch exakt 17 Stunden und 23 Minuten durchhalten wird. Sie ist vielmehr eine Momentaufnahme. Gerade nach einigen Stunden Nutzung bekommt man aber schnell ein Gefühl dafür, wie weit man mit den vorhandenen 2 kWh kommt.OptiSave für geringsmöglichen EigenverbrauchTechnisch spannender als die Spitzenleistung finden wir ohnehin den Eigenverbrauch. Auch die S2000 selbst benötigt Strom. Bei einem Wasserkocher mit 1.500 W fällt es kaum auf, ob nebenher ein paar Watt verschwinden. Bei einem Router mit vielleicht 10 oder 15 W sieht die Sache schon anders aus.Hier setzt Anker mit OptiSave an. Laut Datenblatt benötigt die S2000 bei aktiviertem AC-Ausgang 10 W. Der System-Standby-Verbrauch liegt bei 2 W. Anker will damit vor allem bei kleinen und wechselnden Lasten verhindern, dass ein unnötig großer Teil der gespeicherten Energie bereits innerhalb der Powerstation verloren geht.Auch direkt am Fahrzeug bleibt die Stromversorgung flexibelDas passt auch besser zum eigentlichen Konzept der S2000 als die beworbenen 3.000 W Spitzenleistung. Wer einen Router, einen Kühlschrank oder Netzwerkhardware möglichst lange versorgen will, hat von geringer Verlustleistung mehr als von einer Leistungsreserve, die nur für kurze Spitzen zur Verfügung steht.An der Steckdose schnellGeladen wird regulär mit bis zu 1.150 W über die Steckdose. Im UltraFast-Modus sind es maximal 1.500 W. Wer keine Eile hat, kann die Ladeleistung über die App reduzieren. Das ist zu Hause durchaus sinnvoll, wenn die Powerstation nicht möglichst schnell wieder voll sein muss. Muss es dagegen zügig gehen, kann entsprechend mehr Ladeleistung freigegeben werden.Für unterwegs gibt es einen MPPT-Solareingang mit maximal 400 W. Das ist allerdings eine Obergrenze und keine Garantie dafür, dass bei einem angeschlossenen 400-W-Panel auch ständig 400 W im Akku landen. Sonnenstand, Bewölkung, Temperatur und Ausrichtung der Module haben da ebenfalls ein Wörtchen mitzureden.400 Watt Solar sind Ergänzung, kein ZaubertrickSelbst bei konstanten 400 W würde eine vollständige Ladung des 2-kWh-Akkus rechnerisch etwa fünf Stunden benötigen. In der Praxis muss man also mit längeren und vor allem variableren Ladezeiten rechnen.Im Kofferraum versorgt die S2000 auch stärkere mobile VerbraucherFür Camping passt das trotzdem gut. Tagsüber kann Solar einen Teil des Verbrauchs auffangen oder die über Nacht entnommene Energie wieder nachladen. Für ein dauerhaftes Off-Grid-System mit größeren Verbrauchern sind 400 W dagegen eher knapp bemessen.Das ist auch eine Frage der Erwartung. Die S2000 will keine stationäre Solarbatterie fürs Haus ersetzen. Ein Panel neben dem Camper, das Kühlschrank, Notebook und Kleingeräte über den Tag mitversorgt, ist dagegen ein ziemlich plausibles Szenario.Die App darf mitspielen, muss aber nicht immerDirekt am Gerät lässt sich die S2000 ohne Smartphone verwenden. Das ist erfreulich, denn um einfach nur Strom aus einer Powerstation zu bekommen, möchten wir eigentlich keinen Benutzeraccount eröffnen und auch keine WLAN-Verbindung diskutieren müssen.Ladegrenzen, Ladeleistung und weitere Geräteeinstellungen lassen sich anpassenWer tiefer einsteigen möchte, findet in der Anker-Power-App allerdings einiges. Ladeleistung und Ladegrenzen lassen sich konfigurieren, ebenso Display, automatische Abschaltung und das Verhalten der Ausgänge. Hinzu kommen Zeitpläne, Verbrauchsstatistiken, Firmware-Updates und Funktionen für das Laden zu bestimmten Tarifzeiten.Tarifzeiten lassen sich hinterlegen und mit Ladeplänen kombinierenAuch die besonders schnelle Ladung wird über die App gesteuert. Ganz ohne Smartphone bekommt man also die Grundfunktionen, für sämtliche Einstellungen gehört die App dann doch zum Gesamtpaket.699,99 Euro als etwas komplizierter FrühbucherAnker bietet die SOLIX S2000 zum Start für 699,99 Euro an. Wer den Frühbucherpreis nutzen möchte, muss allerdings auf die Termine achten. Die Registrierung für den Frühbucher-Code läuft nur noch bis zum 27. September. Der eigentliche Code wird am 28. September per E-Mail verschickt und kann anschließend bis zum 18. Oktober eingelöst werden. ZUm Vergleich: Bei Amazon wird das Gerät für 1.200 Euro gelistet.Bei der Einordnung der S2000 sollte man sich nicht zu lange an den beworbenen 3.000 W Spitzenleistung festhalten. Interessanter sind die 2 kWh Kapazität im kompakten Gehäuse, die USV-Funktion und der Fokus auf Verbraucher, die nicht besonders viel Strom benötigen, dafür aber lange laufen sollen.Wer Heizlüfter, Kochfelder oder mehrere starke Verbraucher gleichzeitig versorgen möchte, stößt mit 1.500 W entsprechend schnell an Grenzen. Für Kühlschrank, Netzwerk, Rechner, Campingausrüstung oder einen mobilen Arbeitsplatz passt die Ausrichtung deutlich besser. Und vielleicht ist genau das die sympathischere Eigenschaft der S2000: Sie versucht gar nicht erst, Kraftwerk zu spielen, sondern kümmert sich lieber darum, mit ihren 2 kWh möglichst lange auszukommen. function open_amazon(link) { if (navigator.userAgent.indexOf("Firefox") != -1) { window.open(link, '_blank'); } else { var tag = document.createElement('a'); tag.setAttribute('href', link); tag.innerHTML = "amzn"; tag.click(); } } Produkthinweis Anker SOLIX S2000 Tragbare Powerstation, 2000Wh, 1500W Hausstromversorgung 1.199,99 EUR ★ ifun.de bei Google bevorzugen ★Der Beitrag Anker SOLIX S2000 ausprobiert: 2 kWh für Notstrom und USV wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.