21.09.2026 11.38Online seit heute, 11.38 UhrIn Österreich müssen deutlich mehr Jugendliche im Laufe ihrer Schulbahn eine Klasse wiederholen als in den meisten anderen Industriestaaten, Tendenz steigend. Bei der jüngsten Ausgabe der PISA-Studie gaben 18 Prozent der 15-Jährigen an, dass sie schon mindestens einmal sitzen geblieben sind.An Brennpunktschulen waren es sogar 36 Prozent. Im OECD-Schnitt gab es 2025 nur knapp elf Prozent Repetenten und Repetentinnen, bei den PISA-Siegern Estland und Irland nicht einmal fünf.Schon in der Volksschulzeit müssen neun Prozent mindestens ein Jahr wiederholen, ebenso viele sind es in der Mittelschule und AHS-Unterstufe. In der AHS-Oberstufe bzw. in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen kommt Sitzenbleiben dann vergleichsweise selten vor (vier Prozent).Dass Schüler und Schülerinnen dieselbe Schulstufe dreimal besuchen müssen, ist extrem selten (unter zwei Prozent). Einen besonders großen Anteil an Repetenten weist die PISA-Studie 2025 unter Schülerinnen und Schülern aus, deren Eltern wenig Geld und eine geringe formale Bildung haben bzw. aus dem Ausland zugewandert sind (28 bzw. 30 Prozent).Vergleichsweise wenige Sitzenbleiber gibt es wiederum unter Jugendlichen aus wohlhabenderen Akademikerfamilien, in Privatschulen und auf dem Land (etwa ein Zehntel). Laut OECD-Daten müssen Schüler mit schlechteren Lernvoraussetzungen deutlich öfter Klassen wiederholen, selbst wenn sie bei PISA ähnlich gut abschneiden wie Jugendliche aus Familien mit mehr Geld und höherem Bildungsabschluss.OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher übt noch aus anderen Gründen seit Jahren Kritik an Klassenwiederholungen: Die zusätzlichen Jahre seien für das System teuer, ohne Schülern mit Förderbedarf beim Aufholen zu helfen. Gleichzeitig stigmatisiere und demotiviere die Maßnahme die Kinder und Jugendlichen, was das Risiko von Schulabbruch erhöhe.