21.09.2026 12.14Online seit heute, 12.14 UhrDie Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS will das seit 2011 geltende Verbot der CO2-Speicherung in Österreich aufheben, ein entsprechender Gesetzesentwurf soll voraussichtlich morgen in Begutachtung geschickt werden.Das teilte das zuständige Finanzministerium mit und bestätigte damit einen Bericht der „Kronen Zeitung“. Das Gesetz gehe Hand in Hand mit dem bereits am Freitag in Begutachtung geschickten Klimagesetz. Die Technologie soll ab Mitte der 2030er Jahre industriell breit verfügbar sein.In manchen energieintensiven Industriezweigen, etwa der Stahl-, Zement- und Papierproduktion, ist eine Reduktion der Emissionen nur bedingt möglich. Um solche unvermeidlichen Treibhausgase dennoch aus der Atmosphäre fernzuhalten, setzen einige Länder bereits auf CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS).Limit bei maximal fünf ProzentMit dem Gesetz werde ein „klarer und strenger regulatorischer Rahmen für den Einsatz von CCS“ geschaffen, schreibt das Finanzministerium. Die Technologie solle nur dort erlaubt werden, wo CO2-Neutralität nicht oder nur schwer möglich sei. Mengenmäßig werde die geologische Speicherung von CO2 auf maximal fünf Prozent der jährlich in Österreich ausgestoßenen Emissionen begrenzt.„Die Speicherung von Treibhausgas ist eine Ergänzung im Klimaschutz und kein Ersatz für Maßnahmen zur Klimaneutralität“, sagte Finanz- und Bergbauminister Markus Marterbauer (SPÖ) laut Stellungnahme.„Gute Nachricht“ für IndustrieErfreut zeigte sich Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) mit Blick auf die Kosten für Unternehmen durch CO2-Bepreisung: „Ein Werk, das sein CO2 weder vermeiden noch speichern darf, zahlt dauerhaft für jede einzelne Tonne, und diese Rechnung wächst mit jedem Jahr. Mit der Aufhebung des Speicherverbots geben wir diesen Betrieben eine Perspektive am Standort Österreich.“Für die Industriellenvereinigung ist das Ende des CO2-Speicherverbots „eine gute Nachricht für den Standort und den Klimaschutz“. Die vorgesehenen Einschränkungen, etwa bei möglichen CO2-Speichermengen, sind aus IV-Sicht aber unnötig und „stehen im Widerspruch zum Ziel, neue Chancen für Industrie und Klimaschutz zu eröffnen“.Greenpeace: „Gefährlicher Irrweg“Von einem „gefährlichen Irrweg“ für die Energiewende sprach die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Sie forderte die Regierung auf, in Maßnahmen zu investieren, die klimaschädliche Emissionen dauerhaft an der Wurzel reduzieren: „Die Aufhebung des CO2-Speicherverbots ist kein Klimaschutz, sondern eine extrem teure Scheinlösung mit Verfallsdatum.“