iPhone Duo im Hands-on: Apples Falt-iPhone ausprobiert

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Mit dem iPhone Duo führt Apple erstmals einen Formfaktor ein, der sich deutlich stärker von bisherigen iPhones unterscheidet als ein neues Kameramodul oder ein dünneres Gehäuse. Wir konnten das Gerät bislang nur für rund zehn Minuten ausprobieren, entsprechend sind die folgenden Beobachtungen ausdrücklich erste und durchaus subjektive Eindrücke.Mehr Platz für Webseiten und lange TexteWas dabei hängen blieb: Das Duo fühlt sich weniger wie ein besonders teures iPhone 18 Pro an, sondern wie eine eigene Geräteklasse. Der zusätzliche Bildschirm steht im Mittelpunkt, einige typische Pro-Merkmale müssen dafür zurückstehen.Geschlossen wirkt das Duo kurz, breit und fast ein wenig wie ein Vokabelheft. Das 5,4 Zoll große Außendisplay reicht für die normale iPhone-Nutzung aus, ist durch das ungewöhnliche Seitenverhältnis aber klar anders proportioniert. Unser erster Impuls war trotzdem nicht, das Gerät sofort aufklappen zu müssen. Es lässt sich auch geschlossen wie ein normales iPhone benutzen. Geöffnet stehen dann 7,6 Zoll zur Verfügung. Bei längeren Webseiten fällt der Unterschied unmittelbar auf: ifun.de wirkt auf der großen Fläche eher wie auf einem kleinen Tablet, ohne dass dafür ein zweites Gerät aus der Tasche geholt werden muss.Das 5,4-Zoll-Außendisplay im EinsatzMit 254 Gramm fällt das Gewicht kaum stärker ins Gewicht als bei einem großen Pro-iPhone. Auffälliger sind die Breite und die 11,3 Millimeter Bauhöhe im geschlossenen Zustand. Offen misst das Duo lediglich 5,2 Millimeter und vermittelt dennoch einen überraschend stabilen Eindruck. Gerade die geringe Dicke hatten wir auf Fotos fragiler erwartet. Für den Alltag dürfte aus unserer Sicht weniger das Gewicht als die ungewöhnliche Geometrie in Hand und Hosentasche entscheidend sein.Die Falte ist da, aber nicht dominantDas Scharnier ist vergleichsweise straff abgestimmt und hält das Duo in vielen Zwischenpositionen zuverlässig fest. Einhändig aufklappen möchte man es nach unserem kurzen Versuch eher nicht, dafür lässt es sich wie ein kleiner Laptop auf dem Tisch abstellen. Das klingt zunächst nach einer jener Foldable-Spielereien, die man einmal ausprobiert und anschließend vergisst. Beim kurzen Hands-on wirkte die Funktion allerdings erstaunlich praktisch, weil Video, Kamera oder angepasste Apps den Knick als zusätzliche Bedienebene nutzen können.7,6 Zoll für Apps, Widgets und MultitaskingNoch auffälliger ist die matte Oberfläche des Innendisplays. Die Nano-Textur reduziert Spiegelungen deutlich und verändert damit auch, wie präsent die Falte erscheint. Verschwunden ist sie nicht. Frontal mussten wir teilweise gezielt danach suchen, bei schrägem Lichteinfall wird sie dagegen sichtbar und beim Darüberstreichen lässt sich eine leichte Vertiefung ertasten. Unser spontaner Eindruck: Die Falte ist weniger spektakulär, als die jahrelange Diskussion um Foldables vermuten lässt. Ob sie nach mehreren Wochen noch genauso wenig stört, lässt sich nach zehn Minuten natürlich nicht beurteilen.iPhone Duo: Diese kleinen Details gingen beim Event unterDie matte Beschichtung macht das große Display zugleich angenehm zum Lesen. Webseiten, E-Books und längere Texte werden von der zusätzlichen Fläche und den geringeren Reflexionen profitieren. Gerade hier konnten wir uns schnell vorstellen, das Duo häufiger aufzuklappen. Bei Videos ist die Rechnung weniger eindeutig, weil das fast quadratische Format nicht automatisch bedeutet, dass die kompletten 7,6 Zoll genutzt werden. Interessanter wird das Gerät dort, wo Apps die beiden Hälften bewusst unterschiedlich einsetzen.StandBy ohne zusätzlichen StänderiOS 27 macht aus zwei Displays ein GerätViele grundlegende Foldable-Ideen sind nicht neu. Zwei Apps nebeneinander, ein Außendisplay für Kameravorschauen und angepasste Oberflächen im halb geöffneten Zustand kennt man von Android-Geräten seit Jahren. Der überzeugendste Eindruck beim Duo entstand für uns vielmehr durch die Integration in iOS. Eine App lässt sich außen öffnen und beim Aufklappen unmittelbar auf der großen Fläche fortsetzen. Die dazugehörige Animation ist eine Kleinigkeit, sorgte beim ersten Ausprobieren aber tatsächlich dafür, dass sich der Wechsel weniger wie ein Sprung zwischen zwei Bildschirmen und mehr wie das Auffalten derselben Oberfläche anfühlte.Das Scharnier hält auch ZwischenpositionenAuf dem Innendisplay können zwei Apps nebeneinander laufen, auch zwei Fenster derselben Anwendung sind möglich. Häufig genutzte Kombinationen lassen sich als App-Paar speichern, Inhalte zwischen Anwendungen verschieben. Für Recherche, Reiseplanung oder das Arbeiten mit Notizen und Dokumenten ergibt das unmittelbar Sinn. Wir haben uns jedenfalls schon beim ersten Kontakt eher bei solchen Szenarien ertappt als bei der Frage, wie viel größer Instagram auf 7,6 Zoll aussieht. Mehr als zwei Apps gleichzeitig zeigt Apple allerdings nicht an.Spannend wird es, wenn Entwickler den Formfaktor aktiv berücksichtigen. Netflix kann Video und Bedienelemente auf die beiden Hälften verteilen, Präsentations-Apps können Inhalt und Notizen trennen. Halb aufgeklappt steht das iPhone zudem ohne Zubehör auf dem Tisch und kann Uhr, Widgets oder Inhalte anzeigen. Das Gerät bringt seinen Ständer damit gewissermaßen selbst mit. Solche Details wirkten während des kurzen Ausprobierens fast interessanter als das reine Aufklappen auf die maximale Displayfläche.Video und Bedienung auf zwei DisplayhälftenNicht das bessere iPhone 18 ProDer hohe Preis darf nicht mit maximaler Ausstattung verwechselt werden. Auf der Rückseite sitzen eine 48-Megapixel-Hauptkamera und ein 48-Megapixel-Ultraweitwinkel, ein eigenes Teleobjektiv fehlt. Auch auf die variable Blende und weitere Funktionen der Pro-Kameras verzichtet Apple. Schon beim ersten Kontakt entsteht deshalb nicht der Eindruck eines iPhone 18 Pro mit zusätzlichem Gelenk. Das Duo setzt andere Prioritäten und richtet sich damit nicht automatisch an diejenigen, die beim iPhone vor allem das umfangreichste Kamerasystem suchen.Das iPhone Duo offen und geschlossenNoch deutlicher wird diese Prioritätensetzung bei der Bedienung. Face ID fehlt, entsperrt wird über Touch ID in der Seitentaste. Die Kamerasteuerung bleibt erhalten, der Action Button dagegen nicht. Für langjährige iPhone-Nutzer sind das Änderungen an eingeübten Handgriffen, die uns beim kurzen Ausprobieren durchaus aufgefallen sind. Im Gegenzug entstehen durch den zweiten Bildschirm neue Möglichkeiten, etwa eine Vorschau für die fotografierte Person oder Selfies mit den Rückkameras. Auch hier wird deutlich: Apple ergänzt nicht einfach Funktionen, sondern tauscht an mehreren Stellen Bekanntes gegen Möglichkeiten des neuen Formfaktors ein.iPhone Duo: Apple erklärt Apps für das faltbare DisplayNach unserer kurzen Viertelstunde mit dem Gerät bleibt deshalb weniger die Frage, ob Apple ein Foldable bauen kann. Interessanter ist, ob die zusätzliche Arbeitsfläche die Kompromisse dauerhaft aufwiegt. Beim Lesen, Recherchieren, Multitasking und Aufstellen auf dem Tisch war der Reiz für uns schnell nachvollziehbar. Gleichzeitig sind viele der entscheidenden Fragen nach einem solchen Erstkontakt noch völlig offen. Ob man das Duo im Alltag tatsächlich oft genug aufklappt, wie empfindlich das Innendisplay bleibt und wie sich Akku und Scharnier nach Monaten schlagen, lässt sich mit einem längeren Test beantworten, der frühestens in einem Monat starten wird.Wie funktionieren Cases am Duo? So hier zum Beispiel!★ iPhone-Ticker bei Google bevorzugen ★Der Beitrag iPhone Duo im Hands-on: Apples Falt-iPhone ausprobiert Wurde zuerst auf iphone-ticker.de veröffentlicht.