AfD-Politiker aus Sachsen-Anhalt bei FPÖ: Scharfe Kritik

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22.09.2026 21.10Online seit heute, 21.10 UhrGut zwei Wochen nach ihrem Wahltriumph in Sachsen-Anhalt ist eine Delegation der dortigen AfD-Landespartei heute zu einem Besuch nach Wien gekommen, um FPÖ-Vertreter zu treffen.„Wir sind heute hier, um von der Erfahrungen der FPÖ zu lernen, um diese mitzunehmen in unsere Regierungsarbeit“, sagte der AfD-Spitzenkandidat von Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, im YouTube-Kanal vom Parteimedium der Freiheitlichen, FPÖ TV. Scharfe Kritik kam von ÖVP, SPÖ und Grünen.Man knüpfe an den Austausch an, den man bereits zu Beginn des Jahres mit den österreichischen Partnern begonnen habe, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Tobias Rausch, der dpa. „Wer Regierungsverantwortung übernehmen will, muss vorbereitet sein.“Die FPÖ habe in Österreich gezeigt, wie man auch bei einer Regierungsbeteiligung an politischen Grundsätzen festhalte. Es waren keine medienöffentlichen Termine geplant, erklärte ein FPÖ-Sprecher der APA auf Anfrage.Klarer Wahlsieg in Sachsen-AnhaltDie vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestufte AfD hat die Landtagswahl in dem Bundesland zuletzt klar gewonnen, eine absolute Mehrheit aber verfehlt. 39 der 83 Landtagsabgeordneten gehören der AfD an, damit fehlen drei auf eine Mehrheit.Diese könnte das BSW beisteuern, das fünf Abgeordnete stellt. Die linkspopulistische Partei schließt anders als CDU, Linke, Grüne und SPD eine Zusammenarbeit mit der Rechtsaußenpartei AfD nicht kategorisch aus. Vertreter von AfD und BSW loten aktuell in Gesprächen aus, inwiefern eine Zusammenarbeit möglich ist.Kritik von ÖVP, SPÖ und GrünenKritik am AfD-FPÖ-Treffen kam von ÖVP, SPÖ und Grünen. Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger (ÖVP) sprach in einer Aussendung von „Verbrüderung“ und verwies auf Aussagen Siegmunds, wonach die umstrittenen „Remigrations“-Pläne auch mit Waffengewalt umgesetzt werden sollen.SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim übte ebenfalls scharfe Kritik am „Geheimtreffen“ von FPÖ und AfD. "Kickls (FPÖ-Chef Herbert, Anm.) Worte im ORF-„Sommergespräch" sind Schall und Rauch. Die Kickl-FPÖ rollt zum wiederholten Mal der rechtsextremen AfD den blauen Teppich aus und packelt hinter verschlossenen Türen mit ihrer Schwesterpartei“, so Seltenheim.Für den Rechtsextremismus-Sprecher der Grünen, Lukas Hammer, entlarvte sich die noch vor Kurzem von Kickl zur Schau gestellte Empörung darüber, dass die AfD als Schwesterpartei der FPÖ bezeichnet werde, „spätestens jetzt als Nebelgranate". Die politische Nähe ist offensichtlich“, so Hammer in einer Aussendung.