26.09.2026 05.55Online seit heute, 5.55 UhrDie Standesvertretungen der Richter und Staatsanwältinnen rufen Mitte Oktober zum Protest auf. Von 12. bis 16. werden keine Verhandlungen durchgeführt, keine Entscheidungen ausgefertigt und keine Amtstagstermine vergeben. Damit will man auf den Personalmangel in der Justiz aufmerksam machen. „Die Überlastung der Gerichte gefährdet auf Dauer die Funktionsfähigkeit des Rechtsstaats“, begründet Richtervereinigungspräsident Gernot Kanduth diesen Schritt im APA-Interview.Bereits seit Monaten sind die Schreie aus der Justiz nach mehr Personal nicht zu überhören, mehr Planstellen sind aber auch im Doppelbudget 2026/27 nicht enthalten – weshalb sich die Justizvertreter nun zu diesem drastischen Schritt entschlossen haben. Seit sechs bis sieben Jahren spüre man eine „enorme zusätzliche Belastung“, vor allem an den Bezirks- und Landesgerichten, wo derzeit 1.478 Richter und Richterinnen beschäftigt sind. Dort bräuchte es eigentlich über 1.700, klagte Kanduth: „Und das sind die Zahlen der Personalanforderungsrechnung des Justizministeriums, die ohnehin sehr sparsam kalkuliert ist.“Derzeit liege man bei einer durchschnittlichen Auslastung von rund 120 Prozent. „Das bedeutet entweder eine Sechs-Tage-Arbeitswoche, oder in Monaten betrachtet: Man hat in zehn Monaten schon das Arbeitspensum erreicht, für das eigentlich zwölf vorgesehen wären“, begründet er das gewählte Datum Mitte Oktober.