21.09.2026 17.07Online seit heute, 17.07 UhrDie Maßnahmen der Europäischen Union zur Abwehr von Cyberangriffen werden dem Europäischen Rechnungshof zufolge bisher nicht angemessen umgesetzt. „Die EU hat zwar Fortschritte beim Aufbau eines Kooperationssystems für Cybersicherheit erzielt, dieses funktioniert jedoch noch nicht so reibungslos, wie es sollte“, sagte George-Marius Hyzler, Mitglied des Rechnungshofes und Leiter der Untersuchung, heute.Vor allem beim Informationsaustausch gebe es Reibungsverluste. Dadurch leide die Effektivität der Cyberabwehr.Zusammenarbeit nicht klar geregeltEin wesentliches Defizit ist den Angaben zufolge, dass die Zusammenarbeit der unterschiedlichen europäischen Informationsnetzwerke nicht klar geregelt ist. Darüber hinaus hätten einige Mitgliedsstaaten die EU-Vorschriften zur Stärkung der Cyberabwehr noch nicht vollständig umgesetzt.Trotz eines 1,4 Milliarden Euro schweren Budgets für Cybersicherheit seien die hierfür vorgesehenen Plattformen noch immer nicht einsatzbereit. Auch fehle es an den notwendigen technischen Standards.Vertrauen fehltEin weiterer großer Schwachpunkt sei mangelndes gegenseitiges Vertrauen, kritisierte Hyzler. Das hemme den Informationsaustausch. Ein Beispiel hierfür seien die Hackerangriffe auf mehrere Flughäfen im vergangenen Jahr.„Trotz der grenzüberschreitenden Auswirkungen hat kein Mitgliedsstaat den Vorfall offiziell als schwerwiegend eingestuft und gemeldet.“ Ein Cybersicherheitsnetzwerk sei nur so gut wie der Wille seiner Mitglieder, Informationen auszutauschen.