28.06.2026 14.45Online seit heute, 14.45 UhrInnenminister Gerhard Karner (ÖVP) ist mit der Asylstatistik zufrieden. „Erstmals seit Jahrzehnten haben wir eine Minuszuwanderung zu verzeichnen“, sagte er heute in der ORF-„Pressestunde“.Im ersten Halbjahr dieses Jahres hätten 7.000 Menschen das Land verlassen, weil sie abgeschoben wurden oder von den Behörden Druck auf sie ausgeübt wurde. Gleichzeitig gebe es 5.200 Asylanträge.Prämie für freiwillige RückkehrerDer Innenminister verteidigte zudem den Plan, Syrerinnen und Syrern, die freiwillig in ihr Land zurückkehren, eine Prämie von bis zu 3.000 Euro auszuzahlen. Das sei weitaus billiger als Abschiebungen mit Polizeikräften oder der Verbleib mancher im Sozialsystem.Auch beim Familiennachzug gebe es eine gute Bilanz: von 6.000 Nachgezogenen im ersten Halbjahr 2024 auf 55 im ersten Halbjahr 2026. Künftig soll es eine Quote geben, die anfangs niedrig ausfallen werde, so Karner. Auf eine Einigung mit den Ländern hofft er in den nächsten Monaten.Kritik an FPÖ-RhetorikIn den Umfragen liegt die FPÖ trotz dieser geringen Asylzahlen weit vor der ÖVP. „Natürlich wäre es fein, wenn es in den Umfragen anders wäre“, so Karner. Die Politik der Bundesregierung wirke aber.Die FPÖ kritisierte er für die Verwendung des Begriffs „Remigration“. Dieses auch von den Identitären genutzte Wort sei ideologisch aufgeladen. „Es ist notwendig, Grenzverschiebungen anzusprechen.“Internationale Zusammenarbeit bei AsylfragenBeim Thema Asyl setzt Karner auf internationale Zusammenarbeit, betonte etwa die Wichtigkeit des EU-Asylpakts. Gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, Griechenland und den Niederlanden will sich Österreich bis Jahresende auf einen Drittstaat festlegen, in dem entweder Asylverfahren außerhalb Europas stattfinden oder Rückkehrzentren errichtet werden sollen.Die steigende Jugendkriminalität bezeichnete Karner als „Sorgenkinder“. Hier sei ein Paket in Verhandlung. Dass es in einer „Auszeit-WG“ in Wien nun zwei Plätze für jugendliche Täter gibt, sei nicht ausreichend. Es sei sinnvoll, das flächendeckend umzusetzen. Ebenso sinnvoll sei ein Social-Media-Verbot für Jugendliche, um gegen Onlineradikalisierung vorzugehen.