Social Media: Australien verschärft Alterskontrollen

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Australien will den Druck auf Betreiber sozialer Netzwerke deutlich erhöhen. Die Regierung plant, die möglichen Geldstrafen für Plattformen wie Facebook und Instagram zu verdoppeln, wenn diese Minderjährige unter 16 Jahren nicht wirksam von einer Kontoeröffnung abhalten.Will härter durchgreifen: Australiens Kommunikationsministerin Anika WellsHintergrund sind erste Erfahrungen mit den seit Dezember 2025 geltenden Altersbeschränkungen, die nach Einschätzung der Regierung bislang nicht ausreichend umgesetzt werden.Der entsprechende Gesetzentwurf soll noch in dieser Woche ins Parlament eingebracht werden. Künftig sollen bei Verstößen Strafen von bis zu 99 Millionen Australischen Dollar möglich sein. Gleichzeitig soll die australische Aufsichtsbehörde eSafety deutlich weitergehende Befugnisse erhalten, um die Einhaltung der Vorgaben zu kontrollieren. Dazu gehört auch das Recht, Informationen von externen Anbietern von Altersverifikationssystemen anzufordern.Erste Bilanz zeigt deutliche Lücken bei der UmsetzungDie Verschärfung folgt auf mehrere Untersuchungen der vergangenen Monate. Zwar hatte die Regierung zunächst erklärt, dass Millionen Nutzerkonten entfernt, deaktiviert oder eingeschränkt worden seien. Die Entwicklung verlief jedoch deutlich langsamer als erwartet.Nach Angaben der eSafety-Behörde verfügten im März weiterhin sieben von zehn betroffenen Kindern über Konten bei Facebook, Instagram, Snapchat oder TikTok. Eine im März veröffentlichte Elternbefragung bestätigt dieses Bild. Zwar sank der Anteil der Kinder mit Konten auf altersbeschränkten Plattformen von knapp 50 auf gut 31 Prozent. Gleichzeitig gaben viele Eltern an, dass ihre Kinder ihre bestehenden Konten behalten konnten, weil die Plattformen bislang keine Altersprüfung eingefordert hatten. Genau dies war laut Studie der häufigste Grund für die verbliebenen Konten.Die Regierung sieht darin einen Hinweis darauf, dass zahlreiche Anbieter bislang keine ausreichenden Maßnahmen zur Alterskontrolle umgesetzt haben.Debatte gewinnt auch in Deutschland an FahrtAustralien gilt weiterhin als Vorreiter bei der Regulierung sozialer Netzwerke für Minderjährige. Die nun geplanten Verschärfungen dürften deshalb auch international aufmerksam verfolgt werden.Auch in Deutschland gewinnt die Debatte über den Umgang mit Minderjährigen in sozialen Netzwerken an Dynamik. Erst in der vergangenen Woche hat eine vom Bundesbildungsministerium eingesetzte Expertenkommission empfohlen, Plattformen stärker in die Pflicht zu nehmen. Die Fachleute sprechen sich unter anderem für eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren, wirksame Verfahren zur Altersüberprüfung sowie besondere Schutzvorgaben für minderjährige Nutzer aus. Dazu zählen Einschränkungen bei personalisierter Werbung und Funktionen, die eine möglichst lange Nutzung fördern. Bildungsministerin Karin Prien kündigte zudem an, notfalls nationale Regelungen vorzubereiten, falls auf EU-Ebene keine zeitnahe Lösung zustande kommt.Zuvor hatte sich bereits der Deutsche Ethikrat gegen ein pauschales Social Media Verbot ausgesprochen und stattdessen für abgestufte Schutzmaßnahmen plädiert. Auch die Bildungsminister der Länder hatten zuletzt deutlich gemacht, dass sie technische Schutzmechanismen und verbindliche Alterskontrollen gegenüber allgemeinen Verboten bevorzugen.The post Social Media: Australien verschärft Alterskontrollen first appeared on ifun.de.