USA: 450 Jahre Haft wegen „Antifa-Terrorismus“

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24.06.2026 08.36Online seit heute, 8.36 UhrNach teilweise gewalttätigen Protesten gegen ein Abschiebezentrum in Texas hat ein Gericht in dem US-Bundesstaat drakonische Strafen verhängt. Acht Demonstrantinnen und Demonstranten wurden gestern (Ortszeit) zu insgesamt 450 Jahren Haft verurteilt.Die Anklage warf den angeblichen Antifa-Mitgliedern einen „terroristischen Angriff“ auf die Einrichtung der Einwanderungsbehörde ICE nahe Dallas vor. Es sind die ersten Urteile, seit US-Präsident Donald Trump die Antifa (kurz für „antifaschistisch“) im Vorjahr pauschal als „Terrororganisation“ hatte einstufen lassen. Hinter Antifa steckt Fachleuten zufolge allerdings eher eine linke Ideologie als eine feste Gruppierung.Höchste Einzelstrafe 100 JahreDie höchste Einzelstrafe von 100 Jahren Haft entfiel auf Benjamin S., den das Gericht als Anführer der Gruppe verurteilte. Die Geschworenen hatten ihn wegen versuchten Mordes an einem Vollzugsbeamten schuldig gesprochen. S. schoss dem Mann nach Überzeugung der Jury in den Hals, der Bundesmitarbeiter überlebte den Angriff aber.Weitere Demonstrierende wurden zu Gefängnisstrafen von jeweils 30 bis 70 Jahren verurteilt. Sie hatten vor der ICE-Einrichtung am Nationalfeiertag am 4. Juli 2025 Feuerwerkskörper gezündet. Zudem wurden sie schuldig befunden, „Terroristen materielle Hilfe geleistet“ zu haben.„Terroristen“ vs. „Gruppe von Kindern“Die Strafen zeigen, „dass Antifa-Terroristen, welche die Sicherheitskräfte und Bundesgebäude angreifen, mit einer schnellen und unerbittlichen Justiz rechnen müssen“, sagte Justizminister Todd Blanche, der früher Trumps persönlicher Anwalt war. Das Strafmaß gegen acht weitere Demonstrierende in Texas wird am 1. Juli erwartet.Der Anwalt des Hauptangeklagten, Philip Hayes, widersprach: „Das hier ist nicht ein Haufen Terroristen“, sagte er. „Das ist eine Gruppe von Kindern und jungen Erwachsenen, die wirklich ein großes Herz haben und deren Stimme wirklich gehört werden sollte.“ Sie hätten niemals beabsichtigt, jemanden zu verletzen.Verfahren als PräzedenzfallKritikerinnen und Kritiker werfen Trump vor, das Justizministerium zur Waffe gegen politische Gegner zu machen. Das Verfahren in Texas ist ein Modellfall: Nach Protesten gegen Abschieberazzien in Minneapolis im nördlichen Bundesstaat Minnesota legt die US-Bundesjustiz 15 weiteren Menschen Verbindungen zur Antifa zur Last.