22.06.2026 09.05Online seit heute, 9.05 UhrMit einem eintägigen Warnstreik haben Tausende Beschäftigte der öffentlich-rechtlichen Medien in Tschechien gegen die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren protestiert. Zahlreiche Sendungen wie die Nachrichten begannen heute im Fernsehen jeweils mit einer einminütigen Verspätung. Viele Moderatoren trugen demonstrativ schwarze Trauerkleidung.IMAGO/CTK Photo/Katerina SulovaAuf den Onlineseiten, in den sozialen Medien und im Videotext hatte das Angebot einen geringeren Umfang als üblich. Im Laufe des Tages sind weitere Aktionen geplant.Das rechte Kabinett hatte vor einer Woche die Abschaffung der Rundfunkgebühren beschlossen. Das Parlament muss dem noch zustimmen. Die öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender sollen künftig direkt aus dem staatlichen Haushalt finanziert werden. Sie sollen zudem deutlich weniger Geld erhalten als bisher.Kritiker und Kritikerinnen sehen in dem Schritt einen Angriff auf die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien. Der rechte Kulturminister Oto Klempir warf den streikenden Beschäftigten hingegen vor, es gehe ihnen nicht um Werte, sondern nur ums Geld. In Tschechien regiert eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO des Milliardärs Andrej Babis und zwei Kleinparteien am rechten Rand des politischen Spektrums.Auch der liberale Präsident Petr Pavel äußerte sich jüngst kritisch zu der geplanten Medienreform, weil das bisherige System gut funktioniere.