23.06.2026 10.37Online seit heute, 10.37 UhrDie Vergabe von belgischen Visa an fünf afghanische Vertreter des radikalislamischen Taliban-Regimes wegen Abschiebegesprächen mit der EU ruft breite Kritik hervor. Der SPÖ-Delegationsleiter im Europarlament, Andreas Schieder, hält die Gespräche mit den Taliban für einen Fehler. Auch die deutschen Grünen und Amnesty International zeigten sich kritisch.Schieder sagte heute gegenüber der Presse in Brüssel, es sei „ein schwerer außenpolitischer Fehler der EU-Kommission“, die Taliban in Brüssel zu empfangen, weil dies eine Legitimierung des Taliban-Systems darstelle.Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die EU und ihre Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, ihre Abschiebepläne für Afghanistan aufzugeben und „jegliche Zusammenarbeit mit den De-facto-Behörden der Taliban zu beenden“.Afghanistan könne in keiner Weise als sicheres Rückkehrland angesehen werden, hieß es in einer Aussendung von Amnesty Österreich heute.In Österreich pflegen die heimischen Behörden schon seit Längerem Kontakt zu den Taliban auf technischer Ebene. Speziell laufen die Kommunikationskanäle über das österreichische Innenministerium und das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA).