Google baut die Regeln für Zahlungen im Play Store weiter um. Hintergrund ist der lange Rechtsstreit mit Epic Games, in dem Google seinen App Store stärker öffnen muss. Das traf auch schon Apple. Entwickler sollen künftig häufiger alternative Bezahlsysteme nutzen oder Nutzer auf eigene Kaufmöglichkeiten verweisen können. Ganz verschwinden die Gebühren für Google Play dadurch allerdings nicht.Wie die US-Website The Verge berichtet, ersetzt Google die bislang oft pauschal wahrgenommene 30-Prozent-Abgabe durch ein stärker aufgeteiltes Modell. Die Nutzung von Google Play und die Zahlungsabwicklung werden dabei getrennt betrachtet. Wer weiterhin Googles Bezahlsystem nutzt, zahlt zusätzlich zur Servicegebühr eine eigene Billing-Gebühr.Für größere Apps nennt Google künftig 20 Prozent für neue In-App-Käufe und 10 Prozent für Abonnements. Nutzt ein Entwickler weiterhin Google Play Billing, kommen in Märkten wie den USA, Großbritannien und dem Europäischen Wirtschaftsraum weitere 5 Prozent für die Zahlungsabwicklung hinzu.EU-Regeln gelten schon längerFür uns Nutzer in der EU ist der Grundgedanke allerdings nicht völlig neu. Durch den Digital Markets Act müssen große Plattformbetreiber Entwicklern mehr Spielraum geben. Google erlaubt im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) daher bereits seit Längerem alternative Bezahlsysteme und externe Kaufhinweise. Seit März 2024 gilt dies im EWR auch für Spiele und Nicht-Spiele-Apps.Der Unterschied liegt vor allem im Umfang und in der neuen Gebührenstruktur. Google passt seine Regeln nun breiter und internationaler an. In der EU geschieht dies unter dem Druck des DMA, in den USA vor allem als Folge des Epic-Verfahrens. Für Entwickler bleibt die Sache dennoch kompliziert, weil alternative Zahlungen weiterhin gemeldet werden müssen und Google auch dann Servicegebühren verlangt.Gebühren verschwinden nichtGoogle argumentiert, dass die Servicegebühr nicht nur die Zahlungsabwicklung bezahlt, sondern auch den Betrieb von Android, Play Store, Sicherheitssystemen, Entwicklerwerkzeugen und Verteilung abdecken soll. Kritiker sehen darin dagegen den Versuch, die Abhängigkeit vom Play Store trotz alternativer Bezahlwege wirtschaftlich abzusichern.Für Apple ist die Entwicklung ebenfalls nicht neu. Der Konzern steht mit dem App Store in der EU unter ähnlichem Regulierungsdruck und musste iOS bereits für alternative Marktplätze, externe Zahlungslinks und neue Geschäftsmodelle öffnen. Google zeigt nun, wie stark sich die großen App-Plattformen verändern, ohne ihre Gebührenmodelle vollständig aufzugeben.The post Play Store: Warum die neue US-Regel in der EU nicht ganz neu ist first appeared on iphone-ticker.de.