Starker Anstieg bei Insolvenzen in Gastronomie

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22.06.2026 16.35Online seit heute, 16.35 UhrNach Hochrechnungen des Kreditschutzverbands KSV 1870 werden im ersten Halbjahr rund 3.400 Unternehmensinsolvenzen erwartet. Das wäre ein Rückgang um 2,6 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. Während es im Handel und der Baubranche eine positivere Entwicklung bei den Pleiten gab, schlägt vor allem der Tourismus mit der Gastronomie nach oben aus.Mit rund 390 Insolvenzen bisher seien die Insolvenzen in der Gastronomie heuer um zehn Prozent gestiegen, sagte Karl Heinz Götze vom KSV 1870 heute gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal. Die Preise seien für die Konsumenten und Konsumentinnen sehr hoch geworden, analysiert er.Zudem hätten einige Gastronomiebetriebe aufgrund des Personalmangels kürzere Öffnungszeiten. Dadurch habe man auch weniger Umsätze, die Fixkosten seien aber gleich bzw. gestiegen. Ein Gastrosterben will Götze dennoch nicht beobachten: „Wenn ein Restaurant schließt, öffnen österreichweit gesehen wieder zwei neue.“Mario Pulker, stellvertretender Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer (WKO), relativiert diese Zahlen im Ö1-Interview: „Wir haben bei den Mitgliedsbetrieben leichte Zuwächse, aber nicht in diesem Ausmaß.“ Er beobachtet einen Anstieg im städtischen Bereich und hier vor allem bei „ethnischen Lokalen und Würstelständen“: „Wenn das typische Wirtshaus am Land schließt, sperrt es auch nicht mehr auf.“Laut Pulker kämpfen die Gastronomiebetriebe vor allem mit einem hohen Wareneinsatz, gestiegenen Energiekosten und teurem Personal. Allein in den vergangenen vier Jahren seien die Löhne und Gehälter um mehr als 28 Prozent gestiegen. Diese Steigerungen könnten aber nicht mehr an die Endkunden weitergegeben werden.Einen starken Konkurrenzdruck gebe es auch durch Vereinslokale, vor allem im ländlichen Bereich. Die Gastronomie sei seit der CoV-Pandemie stark unter Druck. Er forderte die Regierung auf, „sich etwas einfallen zu lassen“.Dass die Hotellerie weniger von Pleiten betroffen ist als die Gastronomie erklärt Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), damit, dass in der Gastronomie häufig Pachtbetriebe seien und damit weniger Eigenkapital dahinter stehe. In der Hotellerie merke man etwa einen Rückgang bei Wellnessbehandlungen, einen Urlaub würden sich die Gäste aber noch leisten.