Preiserhöhung: Das Deutschlandticket kostet ab Januar über 65 Euro

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Das Deutschlandticket wird zum Jahreswechsel erneut teurer. Der Koordinierungsrat hat den neuen Preis beschlossen, es ist bereits die dritte Erhöhung seit dem Start im Jahr 2023. Damit nähert sich das Deutschlandticket langsam aber stetig dem Preisniveau von lokalen ÖPNV-Karten an. 3,80 Euro mehr pro MonatWas sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet hatte, ist nun offiziell: Ab dem 1. Januar 2027 steigt der Preis des Deutschlandticketsvon aktuell 63 Euro auf 66,80 Euro im Monat. Der Aufschlag beträgt damit 3,80 Euro, was einer Erhöhung um rund sechs Prozent entspricht. Auf das Jahr gerechnet zahlen Abonnenten künftig 801,60 Euro, also 45,60 Euro mehr als bisher. Festgelegt hat den neuen Preis der sogenannte Koordinierungsrat Deutschlandticket, ein Gremium aus Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und Vertretern der Verkehrsbranche. Erstmals kam dabei ein Kostenindex zum Einsatz, der Faktoren wie Energie-, Personal- und allgemeine Betriebskosten berücksichtigt. Politische Verhandlungen über den Preis, wie sie in den Vorjahren üblich waren, entfallen damit.Auch Jobticket und Semesterticket werden teurerNicht nur das reguläre Deutschlandticket ist von der Anpassung betroffen. Das vergünstigte Jobticket steigt von 59,85 Euro auf 63,46 Euro pro Monat. Studierende müssen für das Semesterticket künftig 40,08 Euro einplanen, bisher waren es 37,80 Euro. Wer das Ticket bereits im Abo hat und es weiterhin nutzen möchte, muss in der Regel nichts tun, der neue Betrag wird ab Januar automatisch abgebucht. Wer zum neuen Preis nicht mehr dabei sein will, muss rechtzeitig kündigen.Vom 49-Euro-Ticket zur DauerbaustelleDie Preisentwicklung des Deutschlandtickets bleibt rasant. Gestartet war das bundesweite Nahverkehrsabo im Mai 2023 noch für 49 Euro. Anfang 2025 kletterte der Preis auf 58 Euro, seit Januar 2026 sind es 63 Euro. Mit der nächsten Stufe kratzt das Ticket nun an der 67-Euro-Marke. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger bezeichnete das Angebot trotz der Erhöhung als attraktiv und verwies auf den Beitrag zu klimafreundlicher Mobilität. Kritiker sehen das anders: Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen etwa monierte, dass der Bund gleichzeitig Milliarden für einen Tankrabatt lockermache, den Ticketpreis aber nicht stabil halten könne. Fairerweise werden hier aber zwei verschiedene Dinge miteinander vermischt, da der Benzinpreis zu über 50 Prozent pro Liter aus Steuern und anderen staatlichen Abgaben besteht.Das eigentliche Problem bleibt die InfrastrukturWir sind nach wie vor keine allzu großen Fans des Deutschlandtickets – und das liegt nicht am Preis. Denn ein günstiges Ticket nützt wenig, wenn die passende Verbindung schlicht nicht existiert. Wer abseits der großen Ballungszentren lebt, kann den ÖPNV in vielen Regionen kaum ernsthaft als Alternative zum Auto betrachten. Schon die Verbindung zwischen zwei mittelgroßen Städten ist häufig eine Herausforderung: umständliche Umstiege, ausgedünnte Taktung und Fahrtzeiten, die in keinem Verhältnis zur Strecke stehen. Unserer Meinung nach sollte der Bund die Subventionen dringend in den Ausbau der Infrastruktur stecken, statt Jahr für Jahr einen steigenden Ticketpreis zu verwalten. Ein modernisiertes Schienennetz mit vernünftiger Taktung würde den ÖPNV auch für Pendler außerhalb der Großstädte attraktiv machen – und langfristig das eigentliche Ziel der Verkehrswende deutlich besser bedienen als ein Flatrate-Ticket, das viele mangels Anbindung gar nicht sinnvoll nutzen können.Der Beitrag Preiserhöhung: Das Deutschlandticket kostet ab Januar über 65 Euro erschien zuerst auf Apfelpage.