09.10.2026 23.02Online seit heute, 23.02 UhrDer Flughafen Wien-Schwechat hat heuer im ersten Halbjahr einen Rückgang der Passagierzahlen um 3,2 Prozent auf 14,3 Millionen Personen verzeichnet. Günther Ofner, Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG, verweist in der ZIB2 auf hohe Standortkosten, die den Standort belasten.Billigairlines wie Wizz Air kehren daher dem Flughafen den Rücken oder ziehen wie Ryanair Flugzeuge vom Wiener Standort ab und wechseln nach Bratislava mit deutlich niedrigeren Kosten.Ofner: Ticketsteuer „Schuss ins eigene Knie“Flughafen-Vorstandsdirektor Günther Ofner sieht hohe Abgaben als Wettbewerbsnachteil für den Flughafen Wien. Eine Senkung der Ticketsteuer könne Verkehr und Beschäftigung zurückbringen, sagt der Vorstandsdirektor. Auch die Ausgestaltung des „Green Deals“ sieht er kritisch, weil sie Europas Airlines zusätzlich belaste.Ofner: Verdrängung Richtung BratislavaDie Kosten im 55 Kilometer von Wien entfernten Bratislava seien um ein Drittel niedriger, wie Ofner betonte. Vor allem die Ticketabgabe von zwölf Euro bzw. von 30 Euro für Kurzstrecken bis 350 Kilometer kritisierte der Flughafenvorstand.Mehrere Länder hätten diese Abgabe wieder abgeschafft, nur mehr acht Staaten in der EU heben diese Gebühr ein. Die Steuer habe keinen Lenkungseffekt, es komme nur zu einer Verdrängung in Richtung Bratislava, merkte Ofner an.Umwegrentabilität durch niedrigere AbgabenWährend die Flughafengebühren seit 2019 um 22 Prozent und damit weniger als im europäischen Schnitt (27 Prozent) gestiegen sind, schnellten die staatlichen Kosten für Flugsicherung und Ticketsteuer um 85 Prozent in die Höhe, fast doppelt so viel wie in anderen europäischen Ländern.Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt im Auftrag des Infrastrukturministeriums, auf die sich Ofner bezog. Eine Abschaffung oder zumindest deutliche Senkung der Abgabe könnte sogar zu höheren Steuereinnahmen führen, so Ofner. Denn Passagiere und Passagierinnen geben in Österreich Geld aus und übernachten, verwies er auf die Umwegrentabilität.