09.10.2026 12.16Online seit heute, 12.16 UhrWenn die Zahl der Häftlinge weiter stetig steigt, „können wir in sechs bis neun Monaten keinen menschenwürdigen Strafvollzug mehr garantieren“. Das sagte Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) in einem heute veröffentlichten Interview mit dem „profil“.Deswegen sei der elektronische Hausarrest erweitert worden, sagte Sporrer. An der bedingten Entlassung werde derzeit gearbeitet und Haft in der Heimat sowie die vorzeitige Entlassung in den Herkunftsstaat erleichtert.„Als Nächstes werden wir ein Paket präsentieren, damit mehr Menschen anstatt kurzer Haftstrafen gemeinnützige Arbeit leisten. Weitere Maßnahmen müssen folgen“, kündigte die Ressortchefin an.Denn: „Wir können das wichtigste Ziel der Haft schon jetzt nicht ganz erfüllen: Die Resozialisierung scheitert, wenn zum Beispiel Werkstätten aufgrund von Personalmangel oder Überbelag geschlossen sind.“Mit Stand 1. Oktober saßen laut „profil“ 9.204 Insassen hinter Gittern, dort sei eigentlich nur Platz für 8.421 Personen. Nicht zur Debatte steht für Sporrer die Entkriminalisierung gewisser Straftaten.