07.10.2026 13.56Online seit heute, 13.56 UhrÜber den ehemaligen Präsidenten des deutschen Bundesnachrichtendiensts (BND), August Hanning, ist heute Untersuchungshaft verhängt worden. Die oberste Anklagebehörde in Deutschland wirft Hanning geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.Hannings früherer Büroleiter beim BND, Manfred D., war am Vortag wegen Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung in U-Haft gekommen. Einige Stunden zuvor hatten Beamtinnen und Beamte des Bundeskriminalamts die beiden auf Grundlage von Haftbefehlen festgenommen.Hanning und D. sollen laut Anklagebehörde vermutlich im Jahr 2020 vereinbart haben, dass der Ex-Büroleiter dem fünf Jahre zuvor aus dem Amt geschiedenen Hanning gegen Bezahlung fortlaufend BND-Erkenntnisse besorgen solle. Diese Infos soll Hanning gewinnbringend bei seiner Beratertätigkeit verwertet haben.Über die Größe des Datenlecks gehen die Meinungen auseinander. Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr), Marc Henrichmann (CDU), relativierte im Deutschlandfunk den Fall und verwies darauf, dass die Übergabe von BND-internen Dokumenten an Hanning 2022 endete.Dagegen hieß es in Sicherheitskreisen, es handle sich um einen „Super-GAU“. Mit Blick auf die mögliche Reaktion ausländischer Dienste sei man sich einig, dass der Fall „sehr, sehr ernst“ sei, hieß es.Als Büroleiter habe D. Zugang zu allen Dokumenten gehabt, von denen er rund 2.000 an Hanning weitergereicht haben soll. Auch der stellvertretende PKGr-Vorsitzende Konstantin von Notz (Grüne) warf dem deutschen Innenministerium vor, die Dimension des Falls falsch einzuschätzen. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.