EU wird vorerst keinen Russland-Gesandten ernennen

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28.05.2026 06.12Online seit heute, 6.12 UhrDie EU will vorerst keinen Chefverhandler möglichen Ukraine-Friedensgespräche mit Russland ernennen. Ein solcher Schritt werde von der Außenbeauftragten Kaja Kallas und führenden EU-Staaten derzeit nicht als sinnvoll angesehen, sagten mehrere ranghohe EU-Beamte und Diplomaten laut dpa am Rande eines informellen Außenministertreffens in Zypern.Statt über Personen soll demnach zunächst über Strategiefragen geredet werden. „Wir müssen uns darauf verständigen, worüber wir mit Russland sprechen wollen“, zitierte die dpa heute eine EU-Beamtin. Es gelte zu klären, wie die EU diplomatische Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskrieges unterstützen könnte.Zugleich ist den Angaben zufolge geplant, die Vorbereitungen für weitere Russland-Sanktionen voranzutreiben. Demnach wird nicht davon ausgegangen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin zum derzeitigen Zeitpunkt überhaupt verhandlungsbereit ist. Das mittlerweile 21. Paket mit Russland-Sanktionen soll dem Vernehmen nach unter anderem den Finanzsektor und Zulieferer der Rüstungsindustrie treffen.In Brüssel und in den anderen europäischen Hauptstädten hatte es zuletzt wieder verstärkt Diskussionen darüber gegeben, welche Person die EU zu Leitung für mögliche Verhandlungen mit Russland benennen sollte. Als potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten wurden dabei die frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der finnische Präsident Alexander Stubb genannt sowie Mario Draghi, der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank.Putin brachte zudem öffentlich den Namen des früheren deutschen Kanzlers Gerhard Schröder ins Spiel. Sowohl die aktuelle deutsche Regierung als auch EU-Vertreter schlossen den 82 Jahre alten Vertrauten Putins allerdings als Kandidaten aus. „Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht. Niemand anders“, sagte etwa der deutsche Kanzler Friedrich Merz.Hintergrund der Debatte ist, dass die Ukraine-Friedensinitiative von US-Präsident Donald Trump bisher keine greifbaren Ergebnisse gebracht hat und wegen des Iran-Konflikts in Washington auch nicht mehr ganz oben auf der Agenda zu stehen scheint. Vor diesem Hintergrund warb zuletzt auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offen für ein stärkeres Engagement der EU. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.