ORF-Wahl: Thurnher tritt nicht mehr an

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28.05.2026 08.49Online seit heute, 8.49 UhrORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher wird das Unternehmen mit Jahresende verlassen. Sie bewirbt sich nicht als ORF-Chefin für die Jahre 2027 bis 2031. In einer Mitteilung an die ORF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter appellierte Thurnher heute an die Politik, sich mit Zurufen zurückzuhalten. Der ORF gehöre dem Publikum, so Thurnher.Sie bedankte sich für die zahlreichen Ermutigungen, neuerlich zu kandidieren, und betonte, dass ihr die Entscheidung nicht leichtgefallen sei. Diese bringe nun aber die Freiheit mit sich, nicht taktieren zu müssen. Diese Unabhängigkeit ermögliche ihr, das zu tun, was Voraussetzung für den Neustart des ORF sei.Appell an Verantwortung des StiftungsratsKurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist für die Funktion der ORF-Generaldirektorin oder des ORF-Generaldirektors ab Jänner 2027 betonte Thurnher die besondere Verantwortung des Stiftungsrats.Sie gehe davon aus, dass dieser eine Entscheidung im Einklang mit allen rechtlichen Voraussetzungen treffen werde, die im Interesse des Publikums und eines starken ORF sei. Thurnher kritisierte Zurufe der Politik im Bestellungsprozess der neuen Generaldirektion. Der ORF sei nicht der Spielball der Politik.Sie kündigte für den Sommer einen „Planungs-Summit“ gemeinsam mit der künftigen ORF-Generaldirektorin oder dem künftigen ORF-Generaldirektor an. Sie werde ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger bestmöglich unterstützen. Pläne, wie ab 2027 die voraussichtlich zusätzlich notwendigen Einsparungen erbracht werden können, werde man gemeinsam erarbeiten.Aufklärungsarbeit bis zum letzten TagBis Jahresende wolle sie ihr Arbeitsprogramm umsetzen und für „Transparenz, Konsequenz und Aufarbeitung“ nach den Turbulenzen und Skandalen der letzten Monate sorgen, so Thurnher.„Was noch zu tun ist, wird nicht leicht“, schreibt Thurnher. Es stünden Entscheidungen an, die möglicherweise wehtun und Widerstand auslösen würden. Der Transparenzbeirat, den die aktuelle ORF-Generaldirektorin ins Leben gerufen hat, wird noch vor dem Sommer seinen Bericht vorlegen. Thurnher kündigte an, alle Empfehlungen, die in ihrem Verantwortungsbereich entschieden werden können, umzusetzen.