31.05.2026 23.19Online seit heute, 23.19 UhrFrauen verdienen in Österreich um 17 Prozent weniger als Männer. Damit liegt Österreich im EU-Raum am drittletzten Platz, vor Tschechien und Estland. Das Thema sei für ihn seit Jahren wichtig, sagte Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) heute in der ZIB2. Dennoch sprach er sich gegen die Entgelttransparenzrichtlinie aus. „Ich brauche die Richtlinie nicht“, sagte er.Die Richtlinie sollte in einer Woche in nationales Recht umgesetzt werden. Aber 25 von 27 EU-Staaten würden dies nicht machen, so Knill. Für den IV-Chef bedeutet diese Richtlinie für Unternehmen vor allem zusätzliche Bürokratie.Ein Teil des Gehaltsunterschiedes sei auf die Berufswahl, auf die Branchen und die Teilzeitarbeit zurückzuführen, sagte der IV-Chef. Würde man dies herausrechnen, stünde Österreich im EU-Vergleich nicht so schlecht da. Zudem würden die Kollektivverträge in Österreich einen wesentlichen Teil der Richtlinie vorwegnehmen. Ein weiteres Problem in puncto Transparenz sah Knill in der „stark ausgeprägten Neidgesellschaft.“Die Richtlinie sei „gut gedacht, aber schlecht gemacht“. Zahlreiche Unternehmen würden schon jetzt gemeinsam mit den Betriebsräten an Lösungen arbeiten. Und das Gleichbehandlungsgesetz biete bereits die Möglichkeit, zivilrechtlich Ansprüche durchzusetzen. Es bestehe jedoch keine Notwendigkeit, die Richtlinie freiwillig vorzeitig umzusetzen. Denn er gehe davon aus, dass diese noch überarbeitet werde, so Knill.