Beim Bundesparteitag der FDP in Berlin hat sich der neu gewählte Vorsitzende Wolfgang Kubicki zur Diskussion um die Brandmauer zur AfD geäußert. Im phoenix-Interview sagte er: „Wir sollten nicht so viel über die AfD reden, weil wir es denen erlauben, nicht in der Sache gestellt zu werden, sondern sich hinter dem Narrativ zu verstecken, sie werden ausgegrenzt. Die Opferrolle, die passt ja zu ihnen.“ Kubicki stellte klar: „Es wird keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD geben. Mit mir nicht, mit Henning Höne nicht, mit Martin Hagen nicht, mit niemandem aus dem Spitzenpersonal der Freien Demokratischen Partei.“ Stattdessen müsse man sich mit dem Programm beschäftigen und „den Leuten erklären: Das, was da drin steht, ist Bullshit im wahrsten Wortsinn. Denn wir machen die AfD nur kleiner, wenn wir dokumentieren, dass wir bessere Politik anbieten als die AfD.“An der überraschenden Gegenkandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann kann Kubicki nach eigenen Worten nichts Böses erkennen. „Wir sind eine durch und durch demokratische Partei. Jeder kann sich bis zum Schluss entscheiden, sich für bestimmte Ämter zu bewerben.“ Kandidaturen seien ein Ausweis dafür, dass Menschen glaubten, die Partei selbst führen und prägen zu können. Sein Fazit: „Wir sind eine streitbare, eine selbstbewusste und auch eine professionelle Partei. Wir können mit solchen Situationen umgehen.“ Er arbeite seit Jahren mit Strack-Zimmermann zusammen und meint: „Die Überraschung, die bei einigen zur Verstimmung geführt hat, das wird sich Montag legen. Und dann gucken wir, wie wir gemeinsam die Freien Demokraten wirklich in die Spur bringen. Und in die Spur heißt, bei den Wählerinnen und Wählern zu reüssieren. Denn darauf kommt es an. Nicht wie wir uns hier fühlen und wie wir uns empfinden, sondern ob die Menschen draußen glauben, diese Partei soll wieder eine bedeutende Rolle im deutschen Parteienspektrum spielen.“ Er glaubt, dass es „weder bei mir noch bei ihr schmerzhafte Spuren hinterlassen werde, dass wir heute gegeneinander angetreten sind. Und es ist doch für beide ein ordentliches Ergebnis. Sie hat gezeigt, sie kann 40 Prozent organisieren, ich habe gezeigt, ich kann 60 Prozent organisieren, damit ist diese Frage auch geklärt.“