Claude hat uns für 18 Euro zehn Mac-Apps programmiert

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Dass sich mit KI inzwischen erstaunlich gut Software entwickeln lässt, dürfte sich herumgesprochen haben. Wir wollten mit diesem Artikel auch gar nicht die große Debatte darüber führen, ob KI Programmierer ersetzt oder wie die Zukunft der Softwareentwicklung aussieht. Stattdessen wollen wir einfach kurz zeigen, was bei uns in den vergangenen Wochen passiert ist.Wir haben nämlich festgestellt, dass wir für viele kleine Probleme inzwischen gar nicht mehr im App Store oder auf GitHub nach Lösungen suchen. Stattdessen lassen wir uns die benötigten Werkzeuge einfach selbst erstellen.Natürlich reden wir hier nicht von komplexen Anwendungen wie Photoshop oder Final Cut. Aber wenn es um kleine Werkzeuge geht, die exakt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sein sollen, ist es mittlerweile oft schneller geworden, diese selbst bauen zu lassen, als stundenlang nach einer passenden Lösung zu suchen.In den vergangenen Wochen haben wir dafür ein Claude-Pro-Abo genutzt, das rund 18 Euro gekostet hat. Entstanden sind mehrere kleine Mac-Anwendungen, die inzwischen täglich auf unseren Rechnern laufen. Laufende Kosten verursachen sie nicht. Das Abo könnten wir jederzeit kündigen, die Anwendungen funktionieren trotzdem weiter.Bemerkenswert fanden wir dabei vor allem, wie unkompliziert die Entwicklung geworden ist. Auf dem Mac, auf dem die Programme entstanden sind, war nicht einmal Xcode installiert. Die Xcode-Kommandozeilenwerkzeuge haben völlig ausgereicht.Vielleicht inspiriert der folgende Überblick den einen oder anderen Mitleser ja. Uns jedenfalls hat die Erfahrung nachhaltig verändert. Wir denken heute völlig anders über kleine Mac-Apps und älltägliche Software-Helfer nach, als noch vor einem Jahr.RadioBar: Das Radio so, wie wir es haben wolltenÜber RadioBar haben wir bereits mehrfach berichtet. Die Anwendung gehört inzwischen zu den Werkzeugen, die wir täglich nutzen.Die App verwaltet selbst ausgewählte Radiosender, kann Sender aus einem Verzeichnis übernehmen und bietet Schnellzugriffe per Tastenkombination. Vor allem enthält sie genau die Funktionen, die uns bei anderen Radio-Anwendungen immer gefehlt haben.Ein besserer Controller für den Ulanzi-ControllerAusgangspunkt für die RadioBar war dieser Controller von Ulanzi. Die Hardware fanden wir ausgesprochen gelungen, mit der mitgelieferten Software wurden wir allerdings nie richtig warm.Also haben wir Claude genutzt, um eine eigene Konfigurationssoftware zu erstellen. Mit unserem DialController können wir die Tasten nun auch ohne Ulanzis App frei belegen und den Controller exakt an unsere Arbeitsweise anpassen.Mac TV für den zweiten BlickNachdem die Radio-App fertig war, entstand schnell die Idee für eine kleine Fernseh-Anwendung. Mac TV bleibt als dauerhaft sichtbares Fenster im Vordergrund und ermöglicht den schnellen Zugriff auf Streams der öffentlich-rechtlichen Sender.Praktisch, wenn neben der Arbeit eine Pressekonferenz auf Phoenix läuft oder man während der Kaffeepause eine Folge der Küchenschlacht verfolgen möchte.Flussbad Berlin in der MenüleisteAls wir auf das Berliner Projekt Flussbad aufmerksam wurden, wollten wir die veröffentlichten Messwerte zur Wasserqualität möglichst unkompliziert im Blick behalten.Die Lösung war eine kleine Menüleisten-Anwendung, die die aktuellen Daten direkt anzeigt. Ein Klick genügt, um zu sehen, ob die Wasserqualität aktuell zum Baden geeignet wäre.Die bessere Bibliotheks-AppWer die Online-Angebote der Berliner Bibliotheken nutzt, kennt vermutlich die teils schwerfällige VÖBB-Webseite.Unsere (von Claude) selbst gebaute Menüleisten-App zeigt aktuelle Ausleihen, anstehende Rückgabetermine und mögliche Gebühren direkt an. Zusätzlich gibt es einen Knopf, mit dem sich alle verlängerbaren Medien auf einmal verlängern lassen.Das Balkonkraftwerk immer im BlickMit den ersten warmen Tagen entstand auch der Wunsch, die Daten unseres Balkonkraftwerks schneller abrufen zu können.Die entsprechende Menüleisten-App zeigt die aktuelle Leistung in Watt, den Ladezustand der Akkus sowie Verbrauchsdaten aus dem Smart Meter an. Alle relevanten Werte sind auf einen Blick sichtbar, ohne dass mehrere Anwendungen geöffnet werden müssen.Die VideoquetscheAuch unsere Videoquetsche haben wir bereits vorgestellt.Die Anwendung übernimmt einfache Konvertierungsaufgaben. Videos können per Drag-and-Drop verkleinert werden. Hochkantaufnahmen lassen sich außerdem automatisch in ein klassisches Querformat einpassen, indem links und rechts passende Ränder ergänzt werden.Die Patschehändchen-AppNicht jede Anwendung muss produktiv sein. Für kleine Kinder haben wir eine Anwendung gebaut, die auf Tastatureingaben reagiert. Jeder gedrückte Buchstabe wird groß dargestellt, farblich hervorgehoben und zusätzlich von der Systemstimme ausgesprochen.Drückt man ein A, erscheint ein A. Drückt man ein Y, wird ein Y angezeigt und vorgelesen. Mehr macht die Anwendung nicht. Mehr soll sie aber auch gar nicht machen.Unsichtbare Helfer im HintergrundZusätzlich sind noch zwei kleine Werkzeuge entstanden, die gar keine grafische Oberfläche besitzen.Das eine läuft als Hintergrunddienst und erledigt eine sehr spezielle Aufgabe, die an dieser Stelle etwas zu weit führen würde.Das andere überwacht ausgewählte PDF-Angebote aus unserer Online-Bibliothek, lädt und verkleinert neue Dateien bei Bedarf automatisch und verschickt sie anschließend direkt an unseren Kindle-Account. Die komplette Automatisierung läuft im Hintergrund und wird ausschließlich über die Kommandozeile gesteuert.Kleine Probleme einfach verschwinden lassenDie Anwendungen sind über mehrere Wochen und Monate hinweg entstanden. Hätten wir sie jedoch am Stück entwickelt, wäre das problemlos innerhalb eines einzigen Claude-Pro-Abonnements für 18 Euro möglich gewesen. Einige der Anwendungen haben wir bereits als Open Source veröffentlicht. Andere sind noch so speziell auf unsere Arbeitsweise zugeschnitten, dass sie außerhalb unseres Schreibtisches vermutlich kaum jemanden interessieren würden.Genau darin liegt aber vielleicht die spannendste Erkenntnis.Früher mussten wir uns an vorhandene Software anpassen. Heute passen wir die Software an unsere Bedürfnisse an. Nicht immer, nicht für jede Aufgabe und sicherlich nicht für große Projekte. Aber für viele kleine Probleme des Alltags reicht es inzwischen aus, die gewünschte Funktion zu beschreiben und ein paar Minuten später eine funktionierende Anwendung in den Händen zu halten.Für uns hat das den Blick auf kleine Mac-Apps grundlegend verändert. Wir suchen heute deutlich seltener nach dem perfekten Werkzeug. Stattdessen überlegen wir immer häufiger, ob wir es nicht einfach selbst bauen lassen.The post Claude hat uns für 18 Euro zehn Mac-Apps programmiert first appeared on ifun.de.