Mein Bruder hat im Januar seinen Job als Hardwareingenieur verloren. Seitdem ist er arbeitslos. Er hat inzwischen einen neuen Job gefunden, Beginn im September, Gehalt knapp unter sechsstelligen Bereich und unbefristet (hätte ich bloss studiert….). Also eigentlich genau die Geschichte, die man von Arbeitslosen hören will: neue Stelle gefunden, gute Perspektive, kein Dauerbezug von Leistungen. Beim letzten Termin bei der Arbeitsagentur wurde er dafür angefahren, warum er denn eine Stelle annehme, die erst im September beginnt. Als wäre es seine Schuld, dass Unternehmen ihre Einstellungsprozesse Monate im Voraus planen. Der eigentliche Hammer: Ihm wird jetzt vorgeworfen, er würde seine Jobsuche sabotieren. Warum? Weil er bei Bewerbungen und Gesprächen offen sagt, dass er nur bis Ende August verfügbar ist, da er ab September bereits einen unterschriebenen Arbeitsvertrag hat. Was erwartet man dort eigentlich? Dass er potenzielle Arbeitgeber anlügt? Eine Stelle annimmt, um nach wenigen Wochen wieder zu kündigen? Oder den bereits unterschriebenen Vertrag für den neuen Job für 2500-3000€ als Regaleinräumer wegwirft, nur damit die Statistik ein paar Monate früher besser aussieht bzw. der Sachbearbeiter seinem Vetter eine billige Arbeitskraft vermittelt? Ich verstehe wirklich nicht, wie man jemanden gleichzeitig dazu auffordern kann, schnell einen Job zu finden, und ihn dann anmotzt, wenn er genau das getan hat. Manchmal hat man das Gefühl, manche Sachbearbeiter haben völlig vergessen, was das eigentliche Ziel ihrer Arbeit sein soll.   submitted by   /u/ExternalEfficient248   to   r/luftablassen [link]   [comments]