02.06.2026 12.51Online seit heute, 12.51 UhrDer ORF investiert jährlich rund 100 Millionen Euro in die Filmwirtschaft und ist damit ein zentraler Partner für diese. Laut Fachverband der Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer stellen österreichische Filmproduzenten rund 40 Prozent des ORF-Programms her.Der Verband befragte heute Anwärter und Anwärterinnen auf die ORF-Führung zu deren Plänen – und diese betonten die Bedeutung der Branche für das Programm und für den ORF.Fokus auf österreichische InhalteDie Bewerberinnen und Bewerber eint, dass sie einen Fokus auf österreichische Inhalte legen und verstärkt auch jüngere Leute ansprechen wollen. Den Produzenten sichern sie mehr Planungssicherheit zu.APA-Chef Clemens Pig stellte klar, dass die Film- und Musikwirtschaft nicht nur Zulieferer sei: „Sie ist Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrags.“ Er tritt für mehr unverwechselbares, österreichisches Programm ein, das die Menschen aus den diversen Regionen anspricht. Den anwesenden Produzenten sicherte er mehr Planbarkeit statt der gegenwärtigen „Stop-and-Go“-Politik zu.Markus Breitenecker, einst Geschäftsführer von ProSiebenSat.1Puls4, will auf Programm auch für junge Menschen fokussieren, wobei ORF ON als Streamingplattform ausgebaut werden solle. Mit Blick auf die jährlichen 100 Mio. Euro monierte er, dass „die Planbarkeit, die Verlässlichkeit“ fehle. Nicht so wichtig sei das genaue Volumen, sondern, dass man sich darauf verlassen könne.Social-Media-Szene an ORF heranführenAuch Johannes Larcher, der Unternehmen wie HBO Max und Hulu managte, will einen Fokus auf Jüngere legen, wobei speziell auf sie zugeschnittene Inhalte auf digitalen Plattformen verbreitet werden sollen. Er will Kreative aus der Social-Media-Szene an den ORF heranführen und mit ihnen zusammenarbeiten. Der Fokus müsse zudem auf regionaleres Programm gelegt werden: „Da kann kein HBO, kein Netflix mit.“Programm als „Existenzberechtigung“„Programm ist unsere Existenzberechtigung“, hielt ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer fest. Das Publikum habe ein Recht darauf zu wissen, wohin der monatliche ORF-Beitrag in Höhe von 15,30 Euro fließe. „Niemand zahlt die Haushaltsabgabe für Bürokratie“, so Totzauer. Derzeit würden kreative Ideen aus der Branche im ORF von A nach B und dann C geschickt. „Es geht darum, Strukturen zu verschlanken, Entscheidungsprozesse zu verkürzen und unsere Partner ernst zu nehmen.“Verweis auf anstehendes SparpaketAuch ORF-III-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz will das Publikum über das Programm zurückgewinnen. Daran hänge nicht zuletzt auch der Job einer Vielzahl an Produzenten, die „in Sorge“ seien, aber die „wichtigste Achse für das Programm“ darstellen würden. Die von der Regierung gewälzten Sparpläne für den ORF werden auch einen „massiven Eingriff ins Programm“ bedeuten. Es müsse künftig stärker fokussiert werden, etwa auf Kultur und Information.Mehr Raum für österreichische MusikExxpress-Herausgeberin Eva Schütz will mehr Eigenproduktionen im ORF, wobei sie im Sinne eines effizienten Wettbewerbs diesen auch für Private, die öffentlich-rechtliche Inhalte produzieren, öffnen will. Sie verstehe zudem nicht, warum österreichischer Musik nicht mehr Raum geboten werde.