ORF-Wahl: Bewerber und Bewerberinnen präsentierten Ideen

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02.06.2026 21.46Online seit heute, 21.46 UhrAnwärterinnen und -Anwärter auf die Leitung der ORF-Generaldirektion haben heute ihre Ideen dargelegt. Nach einer Diskussion in der Wirtschaftskammer fanden sie sich am Abend auf Einladung der NEOS-Parteiakademie (NEOSLab) im Wiener Funkhaus ein, um der Öffentlichkeit ihre Konzepte für den ORF zu präsentieren.Jede und jeder der anwesenden Bewerberinnen und Bewerber – APA-CEO Clemens Pig, Ex-ProSiebenSat.1Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker, Ex-HBO und -Hulu-Manager Johannes Larcher, ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer und Ex-ORF-Managerin Petra Höfer – hatte zunächst vier Minuten Zeit.Themen wie Unabhängigkeit, Glaubwürdigkeit, das Zurückgewinnen junger Zielgruppen, wirtschaftliche Stärke, eine neue Unternehmenskultur und regionales Programm erwiesen sich als Schwerpunkte, auf die kaum einer verzichten mochte.Pig: „Weiß, wie man mit Interventionen umgeht“„Fakten und Orientierung sind für uns alle so wichtig wie ein Bissen Brot“, sagte Pig. Der ORF sollte der Ort sein, wo man diese Grundlagen geboten bekommt. Die Redaktion und deren Qualität wolle er wie ein „Bollwerk“ schützen. „Ich weiß, was Interventionen sind und weiß, wie man damit umgeht“, so Pig nach zehn Jahren an der Spitze der Nachrichtenagentur APA: „Höflich im Ton, hart in der Sache.“Larcher: „Mehr ORF ist mehr Österreich“Dem pflichtete Larcher bei. Es sei andernorts unvorstellbar, dass die Politik bei Struktur und Team mitbestimmen wolle. Das Programm müsse sich stärker am Publikum orientieren. „Mehr ORF ist mehr Österreich“, so Larcher. Zum Thema Finanzen hielt er fest, dass es ein „ziemlicher Schock“ sei, wie intransparent der ORF mit Zahlen umgehe. Er tritt dafür ein, dass quartalsmäßig darüber berichtet werde, wie es um den ORF finanziell steht.Totzauer: „Können Junge begeistern“Auch Totzauer will junge Personen „holen und nicht hoffen, dass sie kommen“. Die Jungen seien „nicht weg, sondern auf Plattformen. Und wir können sie begeistern“, zeigte sie sich überzeugt. Denn österreichische Geschichten, Humor und Lebensrealitäten könne kein Algorithmus dieser Welt reproduzieren. Im Management ortet sie „viel zu viele Zwischenebenen, die uns lähmen“.Breitenecker: „ORF aus Teufelsspirale holen“Breitenecker will den ORF aus einer „Teufelsspirale der schlechten Stimmung“ herausholen. Eine neue unternehmerische Vision sei gefragt. „Sparen ja, aber das ist nicht alles“, sagte er. Man müsse neue Erlösquellen generieren. Er nannte diesbezüglich etwa, das große Studio im ORF-Zentrum auch kommerziell zu nutzen. Mit ORF ON will er die Anschlussfähigkeit bei Jüngeren wahren.Höfer liegt ORF „am Herzen“Höfer bewirbt sich trotz vergangener Rechtsstreitigkeiten mit dem ORF, weil ihr das Unternehmen „am Herzen liegt“. Sie will das öffentlich-rechtliche Medienhaus mit klarer Distanz zu Parteipolitik und einer neuen Unternehmenskultur „wieder in Schwung bringen“. „Die Mitarbeiter sollen auf den ORF wieder stolz sein können.“Zu Beginn der Veranstaltung wurde vonseiten der Parteiakademie NEOSLab betont, dass es sich um keine parteipolitische Veranstaltung handle. Man sei nicht hier, um einen Kandidaten zu unterstützen, denn die Entscheidung liege beim unabhängigen ORF-Stiftungsrat und nicht der Politik.Weitere HearingsEbenfalls heute bringen Puls 4 & Joyn eine Diskussionssendung über das Kandidatenfeld, auch ServusTV und Oe24 planen entsprechende Sendungen vor der GD-Bestellung. Am 8. Juni gibt es in ORF III und ORF ON eine Diskussionssendung geleitet von Lou Lorenz-Dittlbacher, in denen sich die Kandidaten und Kandidatinnen der Öffentlichkeit vorstellen.