07.11.2026 18.19Online seit heute, 18.19 UhrDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach einem Korruptionsskandal weitere personelle Konsequenzen beim Inlandsgeheimdienst SBU angekündigt. Antikorruptionsbehörden hatten in dieser Woche Anklage gegen mehrere hochrangige Sicherheits- und Justizbeamte erhoben.Diesen wird vorgeworfen, einen Verbrecherring geschützt zu haben. Die mutmaßlichen Verbrechen seien „offen gesagt beschämend, absolut inakzeptabel“, sagte Selenskyj heute in einer Videoansprache.Vollständige Untersuchung gefordertEs habe deswegen schon Entlassungen beim SBU gegeben, weitere Personalentscheidungen würden folgen. Er erwarte eine vollständige Untersuchung mit konkreten Ergebnissen. Ermittlern zufolge betrieb die kriminelle Gruppe Betrugszentren, handelte mit Drogen und stellte Falschgeld sowie gefälschte Zigaretten her.Dabei sollen Spitzenbeamte des SBU, der nationalen Polizei und der Generalstaatsanwaltschaft geholfen haben. Einige von ihnen seien zudem an der Planung von Entführungen und anderen Gewalttaten beteiligt gewesen.Selenskyj bringt neues Gesetz ins SpielEin ukrainisches Gericht hatte gestern Untersuchungshaft für einen ehemaligen SBU-General angeordnet. In dieser Woche wurden zudem zwei Polizeibeamte und ein weiterer Verdächtiger in Gewahrsam genommen.Selenskyj schlug ein neues Gesetz vor, das alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SBU dazu verpflichten soll, ihr Vermögen öffentlich offenzulegen. Solche Vermögenserklärungen gelten als wichtiges Instrument zur Korruptionsbekämpfung in der Ukraine.Das Land muss die Bestechlichkeit eindämmen, um die Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) zu sichern und weiterhin dringend benötigte Finanzhilfen zu erhalten. Der Skandal sorgte in der Bevölkerung, die unter dem russischen Angriffskrieg leidet, für große Empörung. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.