HomePod mini 2 im Test: Besser, aber auch deutlich teurer

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Sechs Jahre hat sich Apple Zeit gelassen, um seinen kleinsten Lautsprecher grundlegend zu überarbeiten. Mit dem HomePod mini 2 gibt es jetzt einen deutlich leistungsfähigeren Prozessor, schnelleres WLAN und zusätzliche Möglichkeiten für Mac und Apple TV. Doch wie viel besser ist die zweite Generation tatsächlich? Und rechtfertigen die Neuerungen den auf 169 Euro gestiegenen Preis?Den HomePod mini 2 gibt es in mehreren Farben.Bekanntes Design mit neuen FarbenOptisch bleibt alles beim Alten. Der HomePod mini 2 ist weiterhin eine kleine, mit Stoff umspannte Kugel mit abgeflachter Oberseite. Er misst knapp 8,5 Zentimeter in der Höhe und bringt 335 Gramm auf die Waage. Neu sind die Farben Rosa und Grün, die zusammen mit Blau, Weiß und Mitternacht angeboten werden. Besonders die farbigen Modelle passen gut zu Apples aktuellen iMacs.Die Einrichtung bleibt gewohnt unkompliziert. iPhone neben den Lautsprecher halten, den Anweisungen folgen und wenige Augenblicke später ist der HomePod einsatzbereit. Die Verwaltung erfolgt vollständig über Apples Home-App. Dort lassen sich unter anderem Räume, Automationen, Sprachsteuerung und Stereo-Paare konfigurieren.Ein separates Display gibt es weiterhin nicht. Die Oberseite dient als berührungsempfindliches Bedienfeld, über das sich Lautstärke und Wiedergabe steuern lassen. Ein USB-C-Netzteil mit 20 Watt gehört zum Lieferumfang.Beim Klang bleibt Apple seiner Linie treuDer HomePod mini gehörte schon in seiner ersten Generation zu den klanglich überzeugenderen Lautsprechern seiner Größenklasse. Daran ändert sich wenig. Im Inneren arbeitet weiterhin ein Breitbandtreiber, unterstützt von zwei passiven Tieftönern. Ein spezieller Wellenleiter verteilt den Klang möglichst gleichmäßig in alle Richtungen.Neu ist vor allem die Signalverarbeitung. Der S10-Prozessor analysiert die Musik fortlaufend und passt Dynamik, Lautstärke und Wiedergabe an. Das Ergebnis wirkt gegenüber dem Vorgänger etwas sauberer und kontrollierter. Stimmen und Instrumente werden klar wiedergegeben, die Höhen bleiben angenehm und auch beim Bass holt Apple erstaunlich viel aus dem kleinen Gehäuse heraus.Wunder darf man allerdings nicht erwarten. Gerade bei höheren Lautstärken oder basslastiger Musik fehlt die körperliche Tiefe größerer Lautsprecher. Für Küche, Arbeitszimmer oder Hintergrundmusik im Wohnzimmer reicht die Leistung gut aus. Wer dagegen einen großen Raum mit kräftigem Klang füllen möchte, ist mit dem großen HomePod besser bedient.Der Unterschied zur ersten Generation ist jedenfalls kein Grund, einen funktionierenden HomePod mini sofort auszutauschen. Deutlicher fällt der Gewinn aus, wenn zwei passende Lautsprecher zu einem Stereopaar verbunden werden. Dadurch entsteht eine wesentlich breitere Klangbühne.Der neue HomePod mini 2 ist äußerlich nicht vom Vorgänger zu unterscheiden.Schnellerer Chip, aber die alte SiriDie wohl wichtigste Hardware-Neuerung ist der Wechsel vom betagten S5- auf den S10-Chip, den Apple ursprünglich mit der Apple Watch Series 10 eingeführt hat. Zusammen mit WLAN 6E und Bluetooth 6 sorgt er für eine modernere technische Grundlage. Gerade bei alltäglichen Siri-Anfragen und der Bedienung wirkt der neue HomePod reaktionsfreudiger.Die Spracherkennung funktioniert weiterhin auch aus einiger Entfernung. Interessanterweise reichen dafür jetzt drei Mikrofone, während der Vorgänger noch vier besaß.Allerdings bleibt Siri vorerst die alte Siri. Timer, Erinnerungen, Wetterabfragen und die Steuerung des Smart Homes funktionieren wie gewohnt. Komplexere Fragen, natürliche Folgegespräche oder der Zugriff auf persönliche Zusammenhänge bleiben dagegen Zukunftsmusik.Siri AI soll der HomePod mini 2 erst mit einem späteren Softwareupdate erhalten. Der Vorgänger geht dabei leer aus. Besonders ärgerlich: In Deutschland ist die neue Sprachassistenz ohnehin noch nicht verfügbar. Einen Termin für die Freischaltung hat Apple nicht genannt. Damit entfällt hierzulande zunächst eines der wichtigsten Kaufargumente.Die Home-App dient für Updates sowie diverse kleinere Einstellungen.Sound Glow ist nicht wirklich exklusivMit „Sound Glow“ beziehungsweise Sound-Leuchten bekommt die beleuchtete Oberseite eine neue Funktion. Während Musik läuft, pulsieren die Farben passend zum Rhythmus und orientieren sich am jeweiligen Albumcover. Auch für Hintergrundgeräusche wie Regen gibt es eigene Animationen.Das sieht nett aus, bleibt aber eher eine Spielerei. Steht der HomePod auf einem hohen Regal, bekommt man davon ohnehin wenig mit. Hinzu kommt, dass Apple Sound Glow mit HomePod-Software 27.2 auch für den ursprünglichen HomePod mini und den großen HomePod der zweiten Generation freigegeben hat. Anders als die neue Mac-Anbindung ist die Lichtanimation damit kein exklusiver Vorteil des neuen mini gegenüber seinem Vorgänger.Gleiches gilt für die neue Möglichkeit, die Touch-Bedienung vollständig zu sperren. Das verhindert versehentliche Eingaben und kann insbesondere bei älteren HomePods mit gelegentlichen Fehlauslösungen hilfreich sein.Smart Home bleibt eine StärkeSeine vielleicht wichtigste Aufgabe erfüllt der HomePod mini 2 weiterhin als Steuerzentrale für Apple Home. Er unterstützt HomeKit, Matter und Thread und ermöglicht damit Automationen sowie den Fernzugriff auf kompatible Geräte.Praktisch sind auch die integrierten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren. Ihre Werte lassen sich in Automationen einbinden, etwa um bei zu hoher Raumtemperatur automatisch Rollläden zu schließen.Die Geräuscherkennung achtet außerdem auf Alarmtöne von Rauch- und Kohlenmonoxidmeldern und kann eine Benachrichtigung an iPhone oder Apple Watch schicken. Einen entsprechenden Melder ersetzt die Funktion ausdrücklich nicht.Für Nutzer, die bereits viele Geräte in Apple Home verwalten, bleibt der HomePod damit eine sinnvolle Ergänzung. Die schnellere Funktechnik dürfte besonders in größeren Installationen von Vorteil sein. Allerdings beherrscht schon der Vorgänger die wesentlichen Smart-Home-Funktionen.Beim Sound-Leuchten verändert sich die Oberseite im Takt der Musik.HomePod als Standardlautsprecher am MacEin interessanter neuer Einsatzzweck ist die Verwendung als dauerhafter Standardlautsprecher am Mac. Unterstützt werden der HomePod mini 2 und der große HomePod der zweiten Generation, jeweils einzeln oder als Stereopaar. Der ursprüngliche HomePod mini bleibt bei dieser neuen Funktion leider außen vor. Seine bisherige AirPlay-Wiedergabe ist davon unabhängig.Vorausgesetzt werden mindestens macOS 27.2 und HomePod-Software 27.2 sowie ein Mac mit WLAN 6E oder neuer. Dazu zählen beispielsweise MacBook-Pro-Modelle ab 2023 und das MacBook Air ab dem M3-Modell. Ein Mac mit Apple-Chip allein genügt also nicht: Die erforderliche Funkhardware muss bereits vorhanden sein und lässt sich nicht durch ein Softwareupdate nachrüsten.Technisch bleibt es eine AirPlay-Verbindung. Apple hat diese jedoch auf eine dauerhafte Nutzung und schnellere Reaktionen ausgelegt. Das ist besonders für Videos, Spiele und Gespräche interessant, bei denen eine verzögerte Tonausgabe störender auffällt als beim bloßen Musikhören. Mit einer garantierten Latenzfreiheit oder einer Empfehlung für professionelle Audioarbeit sollte man die Verbesserung allerdings nicht gleichsetzen.Die Einrichtung erfolgt über die Tonausgabe in den Systemeinstellungen des Macs. Dort wählst du den einzelnen HomePod oder das zuvor in der Home-App angelegte Stereopaar aus. Einen zusätzlichen Schalter für den neuen Betriebsmodus gibt es nicht. Im Systembericht lässt sich unter „Audio“ und „AirPlay“ kontrollieren, ob der Lautsprecher als Standardausgabegerät geführt wird.Der HomePod mini 2 passt nahezu überall hin.Ganz uneingeschränkt sollte man sich auf die Bezeichnung „Standardlautsprecher“ allerdings nicht verlassen. Im Praxistest mit einem Mac mini verblieben Systemtöne auf dem Mac. Die gewählte Audioausgabe überstand zwar einen Neustart, musste nach einem zwischenzeitlichen Wechsel zu AirPods aber erneut manuell ausgewählt werden. Das kann sich jeder bei unterschiedlichen Konfigurationen unterscheiden.Ein kleines Detail für den Schreibtisch kommt hinzu: Im Test leuchtete die Oberseite während der Wiedergabe weiterhin weiß, obwohl Sound Glow deaktiviert war. Die pulsierende Lichtshow abzuschalten bedeutet somit nicht zwangsläufig, dass die Oberfläche vollständig dunkel bleibt.Als zusätzliche Verwendung für einen ohnehin vorhandenen HomePod ist die Mac-Anbindung durchaus attraktiv. Wer ausschließlich neue Computerlautsprecher sucht, sollte dagegen rechnen: Zwei HomePod mini 2 kosten zusammen 338 Euro. Dafür bekommt man neben Stereo-Sound zwar auch Siri und Smart-Home-Funktionen, bezahlt diese aber auch ordentlich mit.Vier HomePods fürs HeimkinoAuch beim Heimkino erweitert Apple die Möglichkeiten. Zusammen mit dem neuen Apple TV 4K der vierten Generation lassen sich erstmals vier kompatible HomePods zu einem Surround-System verbinden. Dabei können vier HomePod mini 2 oder zwei passende Paare aus HomePod mini 2 und großen HomePods der zweiten Generation verwendet werden.Die neue Farbe ist schon ein echtes Highlight.Apple verspricht eine automatische Abstimmung auf die Position der Lautsprecher. Das klingt interessant, lässt sich mit einem Einzellautsprecher aber noch nicht beurteilen. Außerdem erscheint der dafür notwendige Apple TV 4K erst am 13. November.Ganz günstig ist die Lösung ebenfalls nicht. Vier HomePod mini 2 kosten zusammen 676 Euro, das erforderliche Apple TV kommt noch hinzu. In dieser Preisregion gibt es bereits gute Soundbars und klassische Surround-Systeme.Vorsicht beim StereopaarEine Einschränkung sollten Besitzer der ersten Generation kennen: Der neue HomePod mini 2 lässt sich nicht mit einem ursprünglichen HomePod mini zu einem Stereopaar verbinden. Apple verlangt zwei Geräte derselben Generation. Für Multiroom-Audio lassen sich alte und neue Modelle weiterhin kombinieren.Auch als gewöhnlicher Bluetooth-Lautsprecher ist der HomePod mini 2 trotz Bluetooth 6 nicht gedacht. Die Audiowiedergabe erfolgt über AirPlay beziehungsweise unterstützte Musikdienste. Einen analogen Eingang gibt es ebenfalls nicht.Auch im Bücherregal macht der kleine Smart Speaker eine gute Figur.Fazit: Sinnvolle Evolution zum hohen PreisDer HomePod mini 2 ist ein gelungener Nachfolger, der vor allem unter der Haube Fortschritte macht. Der schnellere S10-Chip, die modernere Funktechnik und die zusätzlichen Heimkino-Möglichkeiten sind willkommen. Hinzu kommt mit der verbesserten Mac-Anbindung ein tatsächlich neuer Einsatzbereich gegenüber dem ersten mini. Klanglich bleibt Apple auf hohem Niveau, ohne den Vorgänger deutlich abzuhängen.Das größte Problem bleibt der Preis. Während der erste HomePod mini 2020 noch für 99 Euro startete, verlangt Apple inzwischen 169 Euro. Gleichzeitig müssen Käufer in Deutschland weiterhin auf die neue Siri verzichten. Sound Glow erhalten ältere HomePods ebenfalls per Update. Bei der Mac-Funktion gilt diese Einschränkung dagegen nicht gleichermaßen: Hier wird neben dem mini 2 nur der große HomePod der zweiten Generation unterstützt, nicht der ursprüngliche mini.Wer noch keinen HomePod besitzt und sein Zuhause vollständig mit Apple-Geräten organisiert, bekommt einen guten, kompakten Lautsprecher mit umfangreicher Smart-Home-Anbindung. Für Besitzer eines funktionierenden Vorgängers lohnt sich der Wechsel allein wegen des Klangs dagegen kaum. Interessanter wird das Upgrade, wenn der Lautsprecher zusätzlich an einem kompatiblen Mac eingesetzt werden soll. Die noch ausstehende Siri AI und die neuen Heimkino-Funktionen sind weitere Perspektiven, sollten aber nicht das alleinige Kaufargument sein.Der HomePod mini 2 ist ab sofort für 169 Euro bei Apple erhältlich.★ ifun.de bei Google bevorzugen ★Der Beitrag HomePod mini 2 im Test: Besser, aber auch deutlich teurer wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.