Musterschüler ohne Draht nach Washington | Polityka - Polen

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21. Mai 2026Die USA haben letzte Woche eine planmäßige Verlegung von 4.000 US-Soldaten nach Polen gestoppt. Laut Pentagon soll die Zahl der US-Kampfbrigaden in Europa von vier auf drei reduziert werden. Der polnische Regierungschef Donald Tusk rief Washington auf, die besondere Freundschaft mit Warschau nicht zu gefährden. Anfang Mai war bereits ein Abzug von etwa 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angekündigt worden.Alle Zitate öffnen/schließen Polityka (PL) / 21. Mai 2026PolitykaLand des MediumsPolenSprache des MediumsPolnischArt des MediumsMagazinErscheinungsweisewöchentlich am MittwochVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage88.864 (2022)Herausgeber/VerlagPOLITYKA Sp. z o.o. S.K.AOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigMusterschüler ohne Draht nach WashingtonFür Polens Politik ist das eine bittere Pille, konstatiert Polityka:„In Warschau begann ein politisches Schuldzuweisungsspiel. ... Schließlich hatten beide herrschenden Lager dank der Verteidigungsausgaben, der Beschaffung von Ausrüstung und der Position als 'Musterschüler' den besonderen Status Polens in den Beziehungen zu den USA beteuert, und Präsident Karol Nawrocki hatte seinen hervorragenden persönlichen Kontakt zu Trump hochgehalten. Doch tagelang gelang es niemandem, aus Washington eine Erklärung oder eine Antwort darauf zu erhalten, wie es weitergehen solle. Es wurde immer deutlicher, dass der Status eines Vorzeigeverbündeten wenig bedeutet und dass kein polnischer Politiker einen direkten Draht zu Trump oder Hegseth hat.“Marek Świerczyński  Zum Originalartikel The Spectator (GB) / 20. Mai 2026The SpectatorLand des MediumsGroßbritannienSprache des MediumsEnglischArt des MediumsWochenzeitungErscheinungsweisewöchentlich am DonnerstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativAuflage102.200 (2021)Visits5.000.000 – 10.000.000Herausgeber/VerlagPress HoldingsOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigNicht das HauptproblemDie Personalstärke von US-Truppen in Europa ist nicht ausschlaggebend, erklärt The Spectator:„Noch weitaus besorgniserregender für die europäischen Nato-Mitglieder ist die Aussicht, Fähigkeiten zu verlieren, bei denen die USA bislang der einzige oder mit Abstand wichtigste Anbieter sind. Viele davon fallen unter das, was im Militärjargon als 'strategische Enabler' bezeichnet wird: Funktionen und Ausrüstung, die Kampfeinheiten unterstützen und ihnen einen effektiven Einsatz überhaupt erst ermöglichen. Die Nato ist dabei fast vollständig auf die USA angewiesen, etwa bei weltraumgestützten Ressourcen wie Satelliten. ... Sie liefern entscheidende Fähigkeiten in den Bereichen Nachrichtengewinnung, Überwachung, Zielerfassung und Aufklärung.“Eliot Wilson  Zum Originalartikel France Inter (FR) / 21. Mai 2026France InterLand des MediumsFrankreichSprache des MediumsFranzösischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalVisits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/VerlagSociété Nationale de Radiodiffusion Radio FranceOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiVertrauen in das Bündnis bröckeltDass Washington gleichzeitig eine Aufstockung des Militärs in Grönland anstrebt, macht die Sache doppelt kompliziert, so Kolumnist Pierre Haski in France Inter:„Der nächste Nato-Gipfel dürfte Anlass für eine angespannte Aussprache bieten: Was ist die US-Sicherheitsgarantie für die Nato-Staaten noch wert? ... Und vor allem: Was bedeutet es, Truppen dort abzuziehen, wo Spannungen bestehen, um sie in einem von Washington beanspruchten Gebiet aufzustocken? Trumps imperiale Ambitionen untergraben das atlantische Bündnis immer weiter.“Pierre Haski  Zum Originalartikel Abbas Galliamow (RU) / 20. Mai 2026Abbas GalliamowLand des MediumsRusslandSprache des MediumsRussischWorüber Putin jetzt wohl nachdenktPolitologe Abbas Galliamow überlegt auf Facebook, wie ein Abzug der US-Truppen Putins Angriffspläne beeinflussen könnte:„Die direkten Auswirkungen hängen davon ab, in welcher Phase der Vorbereitung zur Umsetzung seiner Pläne sich der russische Staatschef befindet. Sind es bisher bloße Gedankenspiele darüber, ob er eine drastische Verschärfung der Lage mit Europa riskieren soll – zum Beispiel durch den Start einer Operation zur 'Befreiung von Narva' –, dann wird er zweifellos ermutigt und eher geneigt sein, solche Maßnahmen zu beschließen. ... Sollte der russische Präsident einen Angriff auf Estland hingegen BEREITS BESCHLOSSEN haben und nur noch über das WANN nachdenken, könnte die neue Entwicklung den Prozess im Gegenteil verlangsamen. Putin würde abwarten, bis die US-Pläne konkreter werden.“Abbas Gallyamov  Zum Originalartikel Tygodnik Powszechny (PL) / 21. Mai 2026Tygodnik PowszechnyLand des MediumsPolenSprache des MediumsPolnischArt des MediumsWochenzeitungErscheinungsweisewöchentlich am MontagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkatholischAuflage22.803 (2022)Herausgeber/VerlagFundacja Tygodnika PowszechnegoOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigAbzug schwächt Deutschlands WirtschaftTygodnik Powszechny warnt vor Unmut über den Abzug des Wirtschaftsfaktors US-Armee, die vor allem in Süddeutschland stationiert ist:„Die Regierenden müssen schnell handeln. Der Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen könnte zu wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung führen. Davon könnte vor allem die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) profitieren, die bereits bei den letzten Kommunalwahlen in Bayern Rekordergebnisse erzielt hat. Treibstoff für die AfD ist derzeit die Stagnation der deutschen Wirtschaft. Die seit Jahrzehnten in diesem Bundesland regierende CSU darf diesen Trend nicht unterschätzen.“Iwona Weidmann  Zum Originalartikel Gazeta Wyborcza (PL) / 20. Mai 2026Gazeta WyborczaLand des MediumsPolenSprache des MediumsPolnischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage48.133 (2022)Herausgeber/VerlagAgoraOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenpflichtigBrüssel sollte die Lücke schließenGazeta Wyborcza wünscht sich ein europäisches Signal:„Man muss sich damit abfinden, dass es auf polnischem Gebiet einige Tausend Soldaten weniger geben wird. Paradoxerweise könnte dies einen gewissen Nutzen haben. ... Um die Verteidigung zu stärken, hat sich die EU als Gemeinschaft verschuldet. Nun ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu tun. Die USA sind zwar die wichtigste militärische Kraft der Nato, aber sicherlich nicht die einzige. Die Lücke, die durch die Aussetzung der Rotation amerikanischer Soldaten in Polen entstanden ist, durch Europäer zu schließen, wäre ein eindeutiges Signal.“Bartosz Wieliński  Zum Originalartikel Delfi (LT) / 19. Mai 2026DelfiLand des MediumsLitauenSprache des MediumsLitauischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalVisits40.000.000 – 50.000.000Herausgeber/VerlagUAB DelfiOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigUSA wollen ihre Risiken minimierenDer ehemalige Politiker und Delfi-Kolumnist Egidijus Bičkauskas sieht Litauen in unangenehmer Lage:„Hier sind nur zwei rationale Schlussfolgerungen möglich: Entweder sehen die amerikanischen Geheimdienste und die Diplomatie derzeit keine reale Gefahr von russischer Seite und halten deshalb große Truppenverbände in der Region für unnötig. Oder aber – falls sie diese Gefahr doch sehen – sind die USA schlicht nicht bereit, sich Osteuropas wegen auf einen direkten militärischen Konflikt einzulassen. Beide Szenarien sind für Vilnius gleichermaßen unbequem. ... Sie zeigen, dass sich die globale US-Strategie von der unhinterfragten Erfüllung regionaler Versprechen entfernt und stattdessen auf die Minimierung eigener Risiken konzentriert.“Egidijus Bičkauskas  Zum Originalartikel