„Spiegel“: Erste FPÖ-Spitze bestand nur aus NSDAP-Mitgliedern

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17.07.2026 16.42Online seit heute, 16.42 UhrDass einstige Nationalsozialisten eine wichtige Rolle bei der Gründung der FPÖ vor rund 70 Jahren gespielt haben, ist bekannt. Die Dichte ehemaliger NSDAP-Mitglieder in den Anfangsjahren der Partei war laut Recherchen des deutschen Wochenmagazins „Spiegel“ in der Mitgliederkartei der NSDAP allerdings noch höher als bisher bekannt.Den Informationen zufolge bestand die blaue Parteiführung der ersten Jahre ausschließlich aus ehemaligen Mitgliedern der Nazi-Partei. So finden sich laut „Spiegel“ alle vier Mitglieder des Proponentenkomitees, das die FPÖ zunächst provisorisch führte, in der Kartei.Dasselbe gelte für das Quartett, das nach dem ersten Parteitag im April 1956 die Kontrolle übernahm. Auch ein Wechsel 1958 brachte lediglich ein weiteres ehemaliges NSDAP-Mitglied in die Parteiführung. Die Recherchen bestätigen auch die von Fachleuten geäußerte Kritik an dem 2019 von der FPÖ präsentierten Historikerbericht.Denn mehrere Parteifunktionäre, die in dem Bericht als „Unparteiische“ bezeichnet oder gar nicht erwähnt wurden, tauchen in der NSDAP-Kartei auf. So wurde der Vorsitzende des FPÖ-Gründungskomitees, Franz Rainer, kurz nach dem „Anschluss“ Mitglied der Partei.Bereits 1933 beigetreten war der spätere steirische FPÖ-Landesparteichef Alexander Götz senior. Die im Historikerbericht nicht erwähnte spätere FPÖ-Bundesfrauenleiterin Wilma Jobst trat 1938 bei.